Monomyth - Further - Cover
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Monomyth Further


  • Label: Suburban Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Instrumentale Power, psychedelischer Wahnsinn, loungige Kontemplation und dennoch auf eine beeindruckende Art und Weise eingängig und vergnüglich.

„Monomyth“ ist laut einer Theorie des Mythenforschers Joseph Campbell eine zyklische Reise oder Quest, die von einem mythologischen Helden unternommen wird. Warum sich fünf Burschen aus den Niederlanden gerade Monomyth nennen, sollte deshalb klar sein. Das Ziel ist mal wieder der Weg und der Weg eben eine Reise - im Falle Monomyths eine musikalische Reise. Schweigend und lediglich mit ihren Instrumenten im Gepäck, begannen die Musiker diese mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum, machten auf diversen Festivals Halt und legen nun mit „Further“ nach. Dass gerade mal vier Kompositionen auf „Further“ enthalten sind, mag vielleicht auf den ersten Blick ein wenig befremdlich klingen und ist dennoch gar nicht mal so ungewöhnlich für einen Genrevertreter wie Monomyth. Immerhin kommen die Niederländer auf eine Spielzeit von gut 45 Minuten, welche mit musikalischem Wahnsinn, psychedelischen Momenten und einer Virtuosität allererster Güte vollgestopft sind.

Dank Bands wie Opeth und ihren Alben „Heritage“ (2011) sowie „Pale Communion“ (2014) scheint das Experimentieren mit Psychedelic Rock, klassischem, auch skandinavischem Prog und sogar Krautrock wieder salonfähig geworden zu sein - wenngleich es nie wirklich weg war und Monomyth sich definitiv nicht wie Opeth anhören. Dafür fallen Namen wie Anekdoten, Pelican, My Brother The Wind, Animals As Leaders und diverse Vertreter des Krautrocks. Als rein instrumentale Kombo sollten Monomyth mit den typischen Problemen des Konzeptes zu kämpfen haben. Aber um eine Entwarnung zu geben: Das tun sie keinesfalls! Im Gegenteil - wirklich jeder Song ist mit unendlich vielen Ideen vollgestopft, die dem Hörer glücklicherweise schlüssig und geordnet präsentiert werden und die er entdecken darf. Zwischen Jam und echtem Songwriting finden die Musiker eine beeindruckende Balance und geben ihren vier Kompositionen einen unterschiedlichen Charakter. „Collison“, mit gerade mal fünf Minuten Spielzeit des Nesthäkchen auf „Further“, zum Beispiel bietet treibenden klassischen Prog, während sich das loungig anmutende „Spheres“ nach und nach zu einem fulminanten Finale hochschaukelt.

Der Opener „Ark-M“ sowie das Schlusslicht „6EQUJ5“ ziehen einen Rahmen um „Further“. Gerade im zweitgenannten zelebrieren Monomyth ihre unzähligen Ideen, verknüpfen Komplexität mit Eingängigkeit und schönen Melodien, welche zur Abwechslung mal hängen bleiben. Und generell haben die Niederländer im Gegensatz zu ihren vielen Genrekollegen nicht für Musiker komponiert, sondern wollen ein beeindruckendes, mitreißendes musikalisches Erlebnis für jedermann bieten. Das klappt auf „Further“ vorzüglich und beweist, dass ein Album dieser Art gar nicht mal unstrukturiert, aus Notwendigkeit komplex, verkopft oder elitär klingen muss. Sie haben dies begriffen. Monomyth bieten jedem, der sich darauf einlassen will, einen spannenden musikalischen Trip, auf den man sich gerne einlässt und der weitaus mehr als nur bloße Hintergrundbeschallung ist.

Anspieltipps:

  • Spheres
  • 6EQUJ5

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