Marit Larsen - When The Morning Comes - Cover
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Marit Larsen When The Morning Comes


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die norwegische Elfe präsentiert sich deutlich gereift und setzt auf teilweise neue Töne, ohne sich selbst zu verleugnen.

In ihrer Heimat Norwegen ist die süße Marit Larsen schon lange ein Superstar und auch wenn sie in Deutschland bislang nicht eine solche Stellung einnehmen konnte (Deutsche haben allgemein eh weniger Ahnung von Musik als Norweger. So!), hat sich die Elfe aus dem Norden eine treue Fangemeinde erspielen können. Den Startschuss lieferte ihr speziell zusammengestelltes Portfolio „If A Song Could Get Me You“ (2009) mit dem gleichnamigen Hit recht medienwirksam und erfolgreich. Mit dem darauffolgenden vollwertigen Album „Spark“ (2011) lief es weniger rund, aber immerhin konnte man auf die gewonnenen Fans bauen. Dass ihr vierter Longplayer „When The Morning Comes“ mit einer Verspätung von fast einem halben Jahr nach Deutschland kommt, spricht eine klare Sprache und macht die Relevanz des hiesigen Marktes klar. Auch wenn Deutschland seine neue Marit bekommt, ist die Angelegenheit doch schade. Denn „When The Morning Comes“ ist gut, herrlich charmant und in Sachen Songwriting nochmal ein Level höher als die Vorgänger. Ob „When The Morning Comes“ den einmaligen Platin-Erfolg des Best-of-Debüts wiederholen kann, darf sich an dieser Stelle jeder selbst beantworten. Aber darum geht es auch nicht, selbst wenn es uns die Veröffentlichungspolitik auf schmerzhafte Art und Weise weißmachen möchte.

Zu Hause hat Marits viertes Album eh wieder eingeschlagen wie eine Bombe. Zum ersten Mal hat die junge Frau ihre Heimat für die Aufnahmen verlassen und ist stilecht nach Nashville gejettet. Zwar riecht „When The Morning Comes“ nicht gerade nach Nashville, aber das macht die Norwegerin auch klar - viel mehr habe sie die hiesige Folk-Szene beeinflusst, Country ist mit der Lupe zu suchen. Ironischerweise bot selbst „Spark“ in Songs wie „Coming Hole“ oder „Me And The Highway“ mehr Country als jede Nummer eines Albums, das in Nashville aufgenommen wurde. Im Endeffekt ist „When The Morning Comes“ das typische Album Marit Larsens und somit herrlich angenehm, unaufgeregt und getragen von ihrer lieblichen, doch ohne Frage ausdrucksstarken Stimme. Pop-Songs mit Dynamik und Melodie („Faith & Science“, „I Don't Want To Talk About It“, „Travelling Alone“) treffen auf in sich gekehrte und teilweise sogar sphärisch anmutende Balladen wie „Before You Fell“, den Titeltrack oder „I'd Do It All Again“. Gerade solche Kompositionen sind gelungener denn je und dokumentieren Marit Larsens Reife.

Das Mädchenhafte ihrer vergangenen Alben fand sich schon auf „Spark“ nur am Rande, auf „When The Morning Comes“ spielt sie eine absolute Nebenrolle. Mit dem überraschend reduzierten „Consider This“, einem melancholischen „Lean On Me, Lisa“ und dem vom Titel her an Pink Floyd erinnernden Pop-Rocker „Shine On (Little Diamond)“ hat Fräulein Larsen dann nochmal drei richtige Hits, die mit Fug und Recht zum Besten gehören, was die ehemalige Hälfte der Girlgroup M2M in ihrer Karriere geschrieben hat. Aber auch insgesamt ist „When The Morning Comes“ eine runde Angelegenheit, welche nach dem eher enttäuschenden „Spark“ nicht nur wieder eine Marit Larsen in Topform zeigt, sondern auch musikalisch einige Schritte nach vorne geht. Gerade wer sie damals in Rahmen der Werbekampagnen kennengelernt und wieder vergessen hat, bekommt hier eine gelungene Fortführung der Trademarks, welche man lieben lernte und darüber hinaus die eine oder andere intelligent platzierte Innovation. Fazit: Ein gutes Album, welches einen lang erwarteten Fortschritt mit Natürlichkeit bietet.

Anspieltipps:

  • Faith & Science
  • Shine On (Little Diamond)
  • Lean On Me, Lisa
  • Consider This
  • When The Morning Comes

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