Chorus Grant - Space - Cover
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Chorus Grant Space


  • Label: Tambourhinoceros/Broken Silence
  • Laufzeit: 40 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

In „Space“, aber sicherlich nicht abgehoben: Ruhige Musik von dänischen Newcomern.

Fünf Musiker stehen hinter dem Namen Chorus Grant, allen voran der dänische Sänger Kristian Finne Kristensen. Gemeinsam kümmern sie sich um skandinavische Idylle, verpackt in insgesamt 13 Songs. Das spartanisch eingerichtete Albumcover des Debüts passt so gesehen hervorragend zu den genügsamen Melodien und disziplinierten Tönen auf „Space“. Leichte, ein bisschen verträumte, sicherlich aber nicht abgehobene Kompositionen.

Im ersten Song „O everyone“ fühlt man sich sofort an Death Cab For Cutie erinnert. Das hat gesangliche und melodische Gründe. Kristian Finne Kristensens Stimme ähnelt Ben Gibbards sehr, auch wenn sich das im Laufe der Platte ändert und die Wandelbarkeit des Dänen demonstriert. Doch auch die ruhige, gelassene Art, Themen auf den Punkt zu bringen bzw. zu besingen und dabei doch eine Welle von Gefühlen auslösen zu können, fasziniert.

Die Gefühle, die sich auf dem Album „Space“ verstecken und umherschwirren, werden letztlich beim Hörer freigesetzt, wenn auch etwas verwandelt: Kristensens versucht nämlich, dem Tod und all seinen emotionalen Folgen Ausdruck zu verleihen. Dabei klingt seine Musik möglicher- und verständlicherweise etwas melancholisch, nie aber traurig. Er erscheint weder verzweifelt kämpferisch, noch abwegig resigniert. Vielmehr verleiht die ruhige Musik Gefühle der Akzeptanz, ohne die Traurigkeit abzuwerten.

Das Album oder die Idee dazu entstand eigentlich in Gedanken zu verschiedenen Reisen oder dem Reisen an sich und der Frage nach dem Zuhause, bevor plötzlich ein geliebter Mensch verstarb und das Leben auf den Kopf und den Sinn in Frage stellte. Die beruhigende Art, die Gelassenheit, mit der diese Themen behandelt werden, die sanften Arrangements, machen das Album zu einem Schmuckstück für verregnete Tage, die einem helfen, dunkle Stunden zu überstehen, ohne sich der Depression hingeben oder sich zu einem Freudentanz aufraffen zu müssen.

Anspieltipps:

  • O everyone
  • Present day sky
  • Separate room
  • All ellbows

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