Phillip Boa And The Voodooclub - Bleach House - Cover
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Phillip Boa And The Voodooclub Bleach House


  • Label: Cargo Records
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Auch nach 30 Jahren kein bisschen leise. Mr. Boa liefert mit „Bleach House“ ein herrlich krawalliges Album ab.

Ernst Ulrich Figgen (51), den meisten besser als Phillip Boa bekannt, musiziert mit seinem Voodooclub, der so oft das Line-up wechselt, wie andere Leute die Unterhosen, nun schon seit 30 Jahren und ist damit eine der wenigen Konstanten in der deutschen Indie-Szene. Für diese spielen Chart-Platzierungen zwar keine Rolle, doch mit dem 13. Platz von „Loyalty“ (08/2012) in den deutschen Longplay-Charts, gelang Phillip Boa die bis dato höchste Platzierung in seiner Laufbahn.

Ein bisschen Stolz dürfte das sogar einen Indie-Pionier wie Boa es ist machen. Und möglicherweise hat er sogar Bock darauf, diesen Achtungserfolg zu wiederholen. Denn sein neues Album „Bleach House“ erscheint auch als Sammlerausgabe für Fans, die ungefähr doppelt so teuer ist, wie die normale Version. Da sich die Charts nicht nur aus Verkaufszahlen, sondern auch aus den tatsächlichen Umsätzen speisen, könnte der harte Kern der Boa-Fans dafür sorgen, dass „Bleach House“ ebenfalls weit oben in den Charts landet. Denn zum einen ist die Konkurrenz an jenem Veröffentlichungswochenende nicht sehr groß und zum anderen reichen bereits ein paar Tausend abgesetzte Einheiten für einen Chart-Entry.

Im Vergleich zu „Loyalty“ fällt sofort auf, dass Boa heuer wesentlich rockiger und weniger elektronisch unterwegs ist, aber mit einer gewissen Pris als weibliche Stimme immer noch einen Kontrast zu seinem Organ anbietet. Früher übernahm dies Pia Lund, die den Voodooclub Ende des vergangenen Jahres bereits zum zweiten Mal verließ. Nun macht Pris diesen Job, allerdings ohne die gleichen Akzente wie Pia Lund setzen zu können. Trotzdem ist das Duo Boa/Pris in liebevoll schrägen, aber mit herausragenden Refrains ausgestatteten Titeln wie „Are you the one from heaven“ oder auch „Standing blinded on the rooftops“ auf dem richtigen Weg.

Dazu gesellen sich herrlich rumpelnde Tracks in Manier der Pixies bzw. Frank Black wie „Snake Plissken“ (benannt nach der Hauptfigur des Films „Die Klapperschlange“), „Down with the protocols“, „Icons of anarchy“ oder auch „Ueberblendung“, die damit einen homogenen Gegenpol zu wavigen Popsongs wie „The fear that falls“, „Capping“ und „Chronicles of the heartbroken“ ergeben. Damit bleibt Phillip Boa seinem rauen Charme zu 100% treu und liefert nach „Loyalty“ das nächste starke Album ab.

Anspieltipps:

  • Snake Plissken
  • Down with the protocols
  • Are you the one from heaven
  • Chronicles of the heartbroken
  • Standing blinded on the rooftops
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