Sleepmakeswaves - Love Of Cartography - Cover
Große Ansicht

Sleepmakeswaves Love Of Cartography


  • Label: Bird's Robe Records
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Sleepmakeswaves schaffen mit „Love Of Cartography“ ihr bisher bestes Album.

Sleepmakeswaves haben es geschafft. Beinahe. „Love Of Cartography“ ist zu großen Teilen ein richtig starkes Stück progressiver Rockmusik geworden. „Perfect Detonator“ eröffnet einen gefühlten Reigen an Klasse-Songs. Zwar sind die Synthie-Drums im Opener leider eine Ausnahme, doch auch im weiteren Verlauf finden die Australier immer wieder Möglichkeiten, elektronische Spielereien einzustreuen. Dazu gesellen sich Larger-than-life-Gitarrenwände, welche die Hörer gnadenlos wegpusten. So wie in „The Stars Are Stigmata“ und „Traced In Constellations“ darf es gerne häufiger scheppern. Selbst das etwas dröge startende „Emergent“ bekommt noch die Kurve und beweist Größe nicht allein durch Lautstärke, sondern auch durch Variation und epische Größe.

Was wie ein feuchter Prog-Rock-Traum klingt, hat jedoch auch eine Schattenseite. Mit der zu langen Interlude „A Little Spark“ beginnt die durchweg schwächere Hälfte des Albums. Mit einem Mal klingen die Lieder einen Tick zu gezwungen. „How We Built The Ocean“ erdrückt sich als Erstes in seiner eigenen Melodie. Die harten Riffs bekommen nicht mehr den nötigen Raum, um sich voll entfalten zu können. „Something Like Avalanches“ hat mit ähnlichen Schwächen zu kämpfen. Hier drängen sich die Synthesizer auf und drehen den Sound der Band nicht zu ihren Gunsten. Allein „Your Time Will Come Again“ kann qualitativ an die erste Hälfte der LP anschließen und wirkt letztlich doch nicht ganz so bewegend und eher nach einer Formel gestrickt.

Wirklich schlecht ist die zweite Hälfte jedoch nicht und der Auftakt ist dermaßen gut geraten, dass „Love Of Cartography“ eigentlich uneingeschränkt zu empfehlen wäre. Gleichzeitig lässt sich die fehlende Lust an den schwachen Stücken aber auch nicht einfach wegreden. In Zeiten, in denen sich Hörer ihre Playlisten selbst zusammenstellen, muss man sich verdeutlichen, dass besagte Tracks nicht oft den Weg in die Gehörgänge finden werden. Das tut der restlichen Qualität keinen Abbruch und doch ist da ein wenig Wehmut. Es hätte noch so viel besser sein können. Bleibt zu hoffen, dass diese Aussage als Ansporn und Lob zugleich aufgefasst wird.

Anspieltipps:

  • Perfect Detonator
  • Great Northern
  • Traced In Constellations

Neue Kritiken im Genre „Prog-Rock“
Diskutiere über „Sleepmakeswaves“
comments powered by Disqus