Walter Salas-Humara - Curve And Shake - Cover
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Walter Salas-Humara Curve And Shake


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Mittlerweile ist Walter Salas-Humara ein Veteran der alternativen Roots-Music-Szene. Aktuell überzeugt er wieder durch ein durchgängig stimmiges, altersweises Soloalbum.

In den oft fahrlässig als öde bezeichneten 80er-Jahren wurden neben allen banalen Casio- und Drum-Computer-Exzessen auch die Grundlagen für einen frischen Roots-Sound gelegt, der dann unter den Bezeichnungen „No Depression“ oder „Americana“ vermarktet wurde. Eine der wegbereitenden Bands, die die Transformation von einer Indie-College-Rock-Band zu einer innovativen, alternativen Country-Folk-Rock-Band mit offenem Horizont vollzog, waren die New Yorker Silos. Und deren Chefdenker heißt Walter Salas-Humara. Das letzte inspirierte und kompositorisch überzeugende Werk der Formation war auch ihr insgesamt Zehntes, nämlich „Florizona“ von 2011. Qualitativ setzt Walter Salas-Humara nun da an und schafft es, mit seinem erst dritten Solo-Album erneut eine starke Arbeit vorzulegen.

Man spürt, es rumort noch in ihm und die Ideen sind ihm längst noch nicht ausgegangen. Die Songs sind unkonventionell strukturiert und werden emotional ansprechend umgesetzt. Lebenserfahrung und eine ausgeglichene Ruhe sprechen aus den Kompositionen. Gut abgehangen geht es dann auch gleich mit dem psychedelisch-kreiselnden Folk-Rock „Counting On You“ los. Den gleichen musikalischen Geist verbreitet das sechsminütige „The Craziest Feeling“. Die Gitarren tropfen ihre flüssigen, perlenden Akkorde über gedämpft-sirenhafte Synthesizer-Fanfaren. Die Melodie ist verschachtelt, sinnlich und beschaulich. Dadurch wird eine besondere, bizarr-anmutige Stimmung erzeugt. Luftig, transparent, entspannt und mit einer sofort zündenden Idee ausgestattet, wurde das Titelstück „Curve And Shake“ aufgebaut.

„Satellite“ ist ein munterer Song mit Pop-Einschlag und kräftiger E-Gitarren-Unterstützung. Southern-Rock-Feeling kommt bei der erdigen Ballade „What We Can Bring“ auf. Intim, nur von sparsamer Keyboard-Begleitung getragen, wird „I Love That Girl“ von Walter mit leicht brüchiger Stimme vorgetragen. Eine weitere feinsinnige Ballade wurde mit „Way Too Heavy To Float“ auf den Weg gebracht und mit melancholischem Background-Gesang versehen. Die Songs „Hoping For A Comeback“, „Uncomplicated“ und „Two Inches Two Hours” entstammen der Zusammenarbeit mit dem Autor Jonathan Letham. Zusammen betreiben sie das Music/Poetry-Projekt „I´m Not Jim“. Die ursprünglichen Versionen wurden so umgestellt, sodass sie nahtlos in das gelassene Folk-Rock-Konzept von „Curve And Shake“ passen.

Walter Salas-Humara versteht es vorzüglich, den Coolness-Faktor der dritten Velvet Underground-Platte mit der Sensibilität von Gram Parsons-Songs zusammenzubringen. Er hat ein ausgewogenes Album mit überwiegend lässigem Material zusammengestellt. Es zeigt ihn als hochkarätigen, erfahrenen Komponisten und Interpreten. Seine Stimme ist vom Leben gezeichnet, aber immer noch kräftig genug, um Gefühlsregungen adäquat zu transportieren. In dieser Form gehört er wieder zur ersten Garnitur im alternativen Roots-Music Bereich.

Anspieltipps:

  • The Craziest Feeling
  • Curve And Shake
  • What We Can Bring
  • Way Too Heavy To Float

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