Robin Gibb - 50 St. Catherine´s Drive - Cover
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Robin Gibb 50 St. Catherine´s Drive


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 66 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Abschied von einer Pop-Legende.

Als Mitglied und Komponist der größten Hits der Bee Gees hat Robin Gibb mehr als 200 Millionen Platten verkauft. Er starb am 20. Mai 2012 an den Folgen einer im Jahr 2011 entdeckten Krebserkrankung. Jetzt erscheint mit „50 St. Catherine’s Drive“ sein musikalischer Nachlass, der von seiner Witwe Dwina und seinem Sohn Robin-John zusammengestellt wurde. Sie fungierten auch als Executive Producer des Werks.

„50 St. Catherine’s Drive“ ist nach der Adresse von Robin Gibbs Geburtshaus in Douglas auf der Isle Of Man benannt und enthält die letzten Songs, an denen Gibb bis kurz vor seinem Tod gearbeitet hat. Die Studio-Produktion übernahm der Schotte Peter Vettese (Simple Minds, Dido, Annie Lennox, Zucchero), der bei elf der 15 Songs auch als Co-Songwriter geführt wird. Musikalisch streifen die Tracks alle kompositorischen Phasen zwischen Pop, Singer/Songwriter und klassischer Musik und zeigen damit Gibbs Talent als Arrangeur und Komponist.

Posthum veröffentlichte Alben haben immer einen komischen Beigeschmack. Darüber muss gar nicht erst diskutiert werden. Denn wer weiß schon verbindlich, ob der verstorbene Künstler die Songs in der veröffentlichten Form zu Lebzeiten tatsächlich in der vorliegenden Art und Weise freigegeben hätte. Schließlich liegen nur in den seltensten Fällen komplett fertig arrangierte und produzierte Stücke vor, in die nachträglich niemand mehr etwas hineininterpretiert hat. Nicht selten wird betroffenen Künstlern mit solchen Werken nachträglich Schaden zugefügt.

Im Fall von Robin Gibb kann allein schon durch die Aufsicht von Dwina und RJ Gibb davon ausgegangen werden, dass keine künstlerische Verwässerung stattgefunden hat und nichtveröffentlichungswürdiges Material unter Verschluss geblieben ist. Es ist zwar auch nicht alles Gold, was den Weg auf „50 St. Catherine’s Drive“ gefunden hat, doch im Prinzip haben wir es hier mit einem fast fertiggestellten Soloalbum zu tun, das hier und da ergänzt wurde. Zum Beispiel um die Demo-Version von „Sydney“, dem letzten Lied, das Robin Gibb geschrieben und eingespielt hat – mitten in einer Sommernacht auf einem Keyboard und der GarageBand-App seines iPads.

So steuert das Album in etwas mehr als einer Stunde Spielzeit auf seinen emotionalen Höhepunkt zu und fördert auf diesem Weg so manche Perle der Kompositionskunst zu Tage. Zwischendurch entsteht zwar hin und wieder der Eindruck, als wären einzelne Songs in Bezug auf die Produktion etwas unfertig, doch in Anbetracht von tollen Tracks wie zum Beispiel „Mother of love“, „Days of wine and roses“ oder auch „Sorry“ ist dies zu verschmerzen.

Anspieltipps:

  • Sorry
  • Mother of love
  • Don’t cry alone
  • Alan Freeman days
  • Days of wine and roses
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