NehruvianDOOM - NehruvianDOOM - Cover
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NehruvianDOOM NehruvianDOOM


  • Label: Lex Records/ALIVE
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

DOOM als Produzent, Nehru am Mic. Eine vorzügliche Kombination, die ersteren allerdings oft am Mic vermissen lässt.

Metal-Face schmückt wieder ein Albumcover. MF DOOM zählt zweifellos zu den solidesten und angesehensten HipHop-Akteuren des neuen Jahrtausend. Spätestens die 2004er Kollaboration mit Madlib hat ihn zur lebenden Legende des Genres erhoben. Weitere Kooperationen, unter anderem mit Danger Mouse und Jneiro Jarel, folgten. 2014 ist HipHop- und Underground-Youngster Bishop Nehru an der Reihe. Über die Begegnung mit Daniel Dumile sagt er, sie sei wegweisend gewesen.

NehruvianDOOM, aus Tradition Kofferwort aus DOOM und seinem Partner, wurde komplett von Dumile selbst produziert. Das hört man der Platte in jedem Kratzen von Vinyl, jedem Funk-Sample, jedem gesprochenen Vocal-Sample auch an. Schon das „Intro“ ist Oldschool-Produktion à la DOOM. Wild durcheinander gewürfelte Samples, die aber von einer Bassline zusammengehalten werden. Mit einer Predigt endet der Opener und beginnt „OM“, erster Track auf dem auch Bishop zu hören ist, flankiert von DOOM im Refrain.

Bishop Nehru, der in seiner Soloarbeit bereits auf Produktionen im klassischen Boom-Bap-Stil gerappt hat, fühlt sich auf Produktionen, die von Dumile himself stammen, sichtlich wohl. Beide Rapper ergänzen sich dementsprechend vortrefflich: Dumile mit seinem Markenzeichen-Flow und Bishop Nehru, der das Tempo anzieht und seinen Flow ständig variiert. Einzig in „Mean The Most“ klingen die Raps der beiden eher lasch, daher geleiert. Auch das Trompeten-Sample ist zuweilen etwas zu penetrant. Mit seinem entspannten Fadeout und dem Interlude macht der Track allerdings einiges wieder wett.

Trotzdem bleibt er einer der eher schwächeren Tracks. Ebenso „So Alone“, mit dem verstolperten Beat und ebenso vorgetragenen Raps. Singen ist Nehrus Stärke nicht, wie dem Refrain anzumerken ist. Auch fällt auf, dass DOOM sich im Studio wohl vornehmlich hinter dem Mischpult aufgehalten hat. Nach „OM“ tritt er erst beim exzellenten Psych-Track „Caskets“ wieder in den Vordergrund. Immerhin ist mit „Darkness“ ein wunderbarer Track zwischengeschaltet, der Nehrus inneren Disput illustriert, Gutes tun zu wollen und durch äußere Einflüsse zu Bösem gezwungen zu werden.

Am Ende „Great Things“ als fröhliches Fazit zum Album. „Imma do great things“. Hier hätte das Album auch gut aufhören können, denn „Disastrous“ fließt ziellos dahin, wie eine Jamsession im Studio. Immerhin, auch die klingt nicht schlecht. „NehruvianDOOM“ ist dennoch kein durchweg starkes Album. Die Produktion ist zwar größtenteils exzellent, doch in der Mitte des Albums lassen Nehru und DOOM den Wunsch nach mehr Kooperation am Mic aus.

Anspieltipps:

  • Intro
  • Darkness
  • OM
  • Caskets
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