The South Austin Moonlighters - Burn & Shine - Cover
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The South Austin Moonlighters Burn & Shine


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Zukunft des Americana-Sounds? Die South Austin Moonlighters beweisen, dass die Möglichkeiten des Roots-Rock noch lange nicht ausgeschöpft sind.

Um sich aus der Veröffentlichungsflut der aktuell agierenden Roots-Rock-Kapellen abzusetzen, muss man sich schon etwas einfallen lassen. Schließlich mag auch ein beinharter Fan dieser Musikrichtung nicht ständig die neueste Inkarnation seiner Lieblingsbands hören. Die South Austin Moonlighters versuchen dieser Falle durch Diversifikation zu entgehen. Sie suchen die größtmögliche Quersumme aus bewährten Stilmitteln und anregenden Seitensprüngen zu bilden. Die Gruppe öffnet sich dabei besonders in Richtung afro-amerikanischer Stile wie Soul, Rhythm & Blues, Funk und natürlich Rock`n`Roll. Sie verschafft damit ihrer Americana-Basis ein urwüchsiges, stämmiges, erdiges Fundament.

Die Band besteht aus vier gestandenen Musikern, die ihre Sinne über die Jahre bei unzähligen Live-Auftritten geschärft haben und so ein universelles Grundverständnis von Roots-Music im weitesten Sinne erlangt haben. Dreh- und Angelpunkt der Vierer-Bande sind Phil Bass und Phil Hurley. Sänger, Komponist und Schlagzeuger Phil Bass ist seit über 30 Jahren im Geschäft und hat dabei Erfahrungen in den unterschiedlichsten Musik-Jobs gemacht. So auch bei TV-Werbung und der Umsetzung von Soundtracks. Sein Partner Phil Hurley ergänzt ihn beim Schreiben und Singen. Sein Instrument ist die Gitarre. Er war in den 80er- und 90er- Jahren Mitglied der College-Rock-Band Gigolo Aunts, die auch hierzulande zumindest Achtungserfolge verzeichnen konnte. Vervollständigt wird die im Jahr 2011 gegründete texanische Combo durch den Lead-Gitarristen Josh Zee, der mit allen Southern-Rock-Wassern gewaschen ist und den Bassisten Lonnie Trevino Jr., der auch raumfüllende Percussion-Instrumente und Ukulele spielt. Die Musiker sind zusätzlich in unterschiedlicher Ausprägung an allen Eigenkompositionen und am Gesang beteiligt.

Die vorliegende 15-Song-Kollektion ist das erste Studioalbum des Quartetts. Es wird durch einen kurzen instrumentalen Schnipsel („IED“) eingeleitet, der schon ihr Faible für rollend-funkige Klänge, bei denen der Blues genauso eine Rolle spielt wie Soul, erkennen lässt. Wird der melodische Mid-Tempo-Rocker „Land Mines“ noch durch milde Exotik und Beatles-Harmonien durchzogen, so lässt die Band bei „Found My Way Back“ und „Moonlight Ride“ an die groovende Seite von Little Feat denken. Sie können auch sentimentale Töne erzeugen: „Old Engine“ ist eine unter die Haut gehende Americana-Ballade, wie sie auch Blue Rodeo nicht besser hinkriegen können.

Die Musiker wechseln weiter gekonnt zwischen Songs, die Weite und Tiefe symbolisieren und solchen, die Bodenständigkeit und Lebensfreude durch rumpelnde und treibende Beats ausdrücken. Die South Austin Moonlighters sind ein strahlendes Licht am Americana-Himmel und zeigen eine echte Weiterentwicklung des Stiles auf. Die Band liefert auch gleich den Beweis dafür, dass man die besten Seiten großer Vorbilder am Leben erhalten kann und gleichzeitig durch geschickte Fusionen von Randspielarten prickelnde Neukonstruktionen erschaffen kann. Sie sind also gleichzeitig traditionell verbunden und innovativ tätig. Deshalb sind auf der Spurensuche auch immer wieder kleine, bekannt vorkommende Fundstücke zu entdecken, wie die Referenzen an „Honky Tonk Women“ der Rolling Stones in „One More Time“. Oder die Erinnerungen an den in den 80er-Jahren sehr produktiven Musiker und Produzenten Don Dixon, der mit seinen vom Südstaaten-Sound beeinflussten Songs damals bei Insidern für Furore sorgte („Can`t Live Without You”). Man kann sich gar nicht satt hören, an so viel Spielfreude und Einfallsreichtum.

Anspieltipps:

  • Found My Way Back
  • Old Engine
  • Moonlight Ride
  • Can`t Live Without You
  • One More Time

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