Basement Jaxx - Junto - Cover
Große Ansicht

Basement Jaxx Junto


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
4.5/10 Unsere Wertung Legende
8.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ufos und der Harlem Shake.

Felix Buxton hat ein Ufo gesehen. Als er eines Tages aus dem Fenster seines Studios im Londoner Norden blickte, veränderte sich seine Sicht auf die Welt beim Anblick des Alienschiffs. Er wolle fortan Wert darauf legen, dass die Musik von ihm und seinem Bandkollegen Simon Ratcliffe künftig „eins mit der Welt“ ist. Verwirrend? Albern? Seltsam? Ja, ja und ja.

Nun muss derartiges Rumgespinne für einen musikalischen Output nicht das Schlechteste sein, im Gegenteil. Gerade im Elektro-Genre ist ein wenig kontrollierter Wahnsinn wunderbar nützlich, um gute Platten abzuliefern. Bei Basement Jaxx’ „Junto“ verpufft die Ufo-Erscheinung leider unspektakulär, wirklich interessant ist das Album nicht geworden.

Dabei ist das House-Duo aus Großbritannien durchaus kein unbeschriebenes Blatt in der Szene, lieferte gerade in der Heimat schon den einen oder anderen großen Hit ab und veröffentlicht anno 2014 schon sein siebtes Studioalbum. Inspiration hierfür zog die Band nicht nur aus unbekannten Flugobjekten. Für „Buffalo“ beispielsweise ließ sie sich vom unter Musikkritikern gefürchteten Harlem Shake inspirieren. Trotz seines leidigen Vorbildes funktioniert der Track, ist tanzbar und zählt zu den besseren der Platte. Zu diesen gehört auch „Never Say Never“, das als chilliger Elektrotrack daherkommt und gerade in den letzten Zügen des Sommers die passende Stimmung erzeugt.

Ansonsten fallen Basement Jaxx auf ihrem neuen Werk hauptsächlich durch unglückliche Entscheidungen auf. Hier ist ein Sample fehl am Platz, dort steht plötzlich ein überflüssiger Vocal Part im Mittelpunkt wo er eigentlich nicht hingehört. Für eine Formation, die sich gegründet hat, um den Wurzeln der House-Musik die Ehre zu erweisen, liefert sie auf „Junto“ zu belanglosen Elektronik-Einheitsbrei, der meist weder für die Tanzfläche noch für die Lounge den passenden Sound bietet.

„Junto“ ist vor allem eines: undurchdacht. Da können die Ideen zu den Songs noch so crazy funky Hintergründe haben, im musikalischen Ergebnis schlägt sich das nicht nieder. Schade.

Anspieltipps:

  • Never Say Never
  • Buffalo
Neue Kritiken im Genre „Electro“
8/10

Atlantic Oscillations
  • 2019    
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
Diskutiere über „Basement Jaxx“
comments powered by Disqus