Tricky - Adrian Thaws - Cover
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Tricky Adrian Thaws


  • Label: False Idols/ALIVE
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt... zu was eigentlich? Tricky will sich weiter festen Beschreibungen entziehen, wirkt dabei auf „Adrian Thaw“ jedoch verkrampfter denn je.

An Gästen hat Adrian Thaw aka Tricky bei seinem Album nicht gespart. Insgesamt acht Musiker durften Tricky bei seiner Suche nach sich selbst begleiten. Das kann wie von Tricky gewohnt mit in Bässen gebadetem TripHop gleich zu Beginn („Sun Down“) oder den eher Lounge orientierten Stücken (z.B. „Something In The Way) sein. Doch normalerweise findet Tricky jede Menge Möglichkeiten, um diese beiden Grundrichtungen attraktiv und abwechslungsreich zu gestalten. Auf dem nach seinem bürgerlichen Namen benannten Album findet sich leider nicht ganz die reiche Ansammlung von Grautönen, die das Schattendasein dieses Musikers sonst so facettenreich beschrieben hat.

Auch abgesehen von dem Gangster-HipHop-Totalausfall „Lonnie Listen“ gibt es auf „Adrian Thaw“ genug Angriffsfläche. Zu oft klingen die im Grunde interessanten Abweichungen wie auf den Dancefloor („Nicotine Love“) und auf HipHop fixierte Stücke („Gangster Chronicles“) nach Handbuch-Musik. Es handelt sich um Tracks, die problemlos in Tracklisten ihr Gesicht verlieren und schlichtweg zu einem brauchbaren Song von vielen werden. Wenn Tricky nicht seine verführerisch düstere Note einbringt, dann erscheinen die Lieder sehr konventionell. Das wird besonders durch die Schwankungen auf diesem Album deutlich. „I Had A Dream“ und das vor Tricky triefende „My Palestine Girl“ sind nicht einfach nur irgendwelche Stücke, sondern solche, die den Hörer wissen lassen: Das ist Tricky.

Markenzeichen allein reichen jedoch auch nicht aus, um für Furore zu sorgen. Die angesprochenen Ausflüge in andere Stilecken sind diesmal eben sehr schlicht geraten und lassen beinahe vergessen, dass Tricky überhaupt etwas damit zu tun hat. Das zählt auch für den zu spät zur Party erschienenen Drum and Bass- und DubStep-Hybriden „Why Don't You“ und das völlig deplatziert wirkende Retro-Reggae-Pop-Stück „Silly Games“. Zumindest endet das Album in Gestalt von „Right Here“ mit der geglückten Version von „Nicotine Love“. Hier stampft die Melodie in einer Form, die dem sonst so starken Tricky gerecht wird und Musik-Liebhaber aus allen Richtungen daran erinnert, warum der Name des Briten auf die Landkarte des modernen Sounds gehört.

Anspieltipps:

  • Right Here
  • My Palestine Girl
  • Sun Down

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