GRAI - Mlada - Cover
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GRAI Mlada


  • Label: Noizgate Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Egal wie quer sich Grai durch die Musiklandschaft schlagen und unter anderem den guten Geschmack auf der Strecke lassen... die Blockflöte ist mit dabei.

Es steckt doch bestimmt eine Wette hinter diesem Album, dass sich Grai nicht trauen Musik zu machen, die immer irgendwo auf Flötenklänge zurückgreift. Tja, falls es diese Wette gegeben haben soll, dann haben die Russen es ihren Zweiflern aber gezeigt. Ansonsten braucht es aber doch das eine oder andere Glas Met, um stilecht und angeheitert zu schnellen Rhythmen und ekstatischen Flöten abgehen zu können. Außer Geschwindigkeit gibt die abseits der Flöte nämlich sehr konventionelle Mischung auf „Mlada“ nicht sehr viel her.

Singen die Damen, kommen die Tracks zu sehr ins stocken und die Herren der Schöpfung trauen sich allem Anschein nach nicht, weswegen mehr schlecht als Recht zum Growling gegriffen wird. Bei Titeln wie „Hugging The Storm“ und „I Will Sow My Sorrow“ ist der Hörer ohne Russischkenntnisse aber irgendwie auch beruhigt, nichts verstehen zu können. Und wenn die Band nach vier identisch klingenden Songs endlich die Folklore mehr ins Zentrum zu rücken scheint, versteht man, dass Abwechslung nicht gleich Besserung bedeutet. Aufgrund der Hektik im Gesang und der unsensiblen, immer dazwischen trötenden Flöte geht schnell jede Freude am Album verloren.

Kostüme, Flöten und hübsches Artwork sind kein Erfolgsrezept. So viel wussten wohl auch Grai selbst. Wer aber meint, dass die Band ihr eigenes Ding machen wollte, der liegt ebenfalls falsch. Die Musik der Band klingt für Folk-Metal dermaßen generisch, dass es schwierig ist, Gründe fürs Weiterhören auszumachen. Erst dröge eintönig und dann hektisch und mögliche Stärken über Bord werfend, entledigt sich diese Band jeglicher ernstzunehmenden Qualität. Selbst das in Ruhe vorgetragene „I Will Sow My Sorrow“ muss als Standard-Ballade mit Slide-Gitarren und Rock von vorgestern brav auf Konventionen (und diese vermaledeite Flöte) zurückgreifen. Hörer müssen nicht gläubig sein, um nach solch einer konstant unkonstanten und trotzdem langweiligen Dreiviertelstunde drei Kreuze zu machen.

Anspieltipps:

  • I Will Sow My Sorrow
  • Hunt

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