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Wings Venus And Mars (Deluxe Edition)


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 94 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die „Paul McCartney Archive Collection“ nimmt wieder Fahrt auf. Diesmal mit den Wings.

Schon vor der Verkündung des offiziellen Endes der Beatles im Jahr 1970, verstreuten sich die vier Bandmitglieder John Lennon, Paul McCartney, Ringo Starr und George Harrison in alle Himmelsrichtungen und wandten sich neuen Projekten zu. Während John Lennon und George Harrison bereits zu Beatles-Zeiten Soloalben produziert hatten, zogen nun die Kollegen nach. Ringo Starr schritt mit „Sentimental Journey“ (03/1970) voran, dicht gefolgt von Paul McCartneys „McCartney“ (04/1970). Zu diesem Zeitpunkt war das finale Beatles-Album „Let It Be“ noch gar nicht erschienen. Es folgte am 8. Mai 1975. Doch Paul McCartney ließ die Bombe schon vorher platzen und verkündete im Zuge der Veröffentlichung seines Solodebüts das Ende der Band.

Parallel zu seiner Solokarriere hatte Paul McCartney zusammen mit seiner Frau Linda die Band Wings gegründet. Ihr Band-Debüt „Wild Life“ (12/1971) stellte sich noch als etwas rumpliger Start heraus, doch schon mit „Red Rose Speedway“ (05/1973) fand Paul McCartney in die Erfolgsspur zurück und lieferte das erste von insgesamt fünf Nummer-eins-Alben der Wings in den USA ab. Seit dem Jahr 2010 werden Wings- und Paul-McCartney-Alben im Zuge der mit viel Hingabe produzierten „Paul McCartney Archive Collection“ in digitaler Auffrischung und mit jeder Menge Bonusmaterial wiederveröffentlicht. Den Anfang der Wings-Re-Releases machten das 1973er Album „Band On The Run“ (10/2010), gefolgt von „Wings Over America“ (05/2013).

Mit „Venus And Mars“ (05/1975) und „At The Speed Of Sound“ (03/1976) sind nun die nächsten Wings-Werke an der Reihe, womit inzwischen sechs Originalalben aufbereitet wurden. Mit „Tug Of War“ und „Pipes Of Peace“ stehen darüber hinaus auch schon die nächsten Releases in den Startlöchern. Wie immer hat sich Paul McCartney persönlich um das Gelingen der Neuauflagen gekümmert und den Sound-Mix überwacht. Zudem wurden die Originalwerke um eine zweite CD mit reichlich Bonus-Tracks erweitert.

Die ursprünglichen Aufnahmen zu „Venus And Mars“ begannen im November 1974 in London und endeten im April 1975 in den USA. Sie ergaben ein melodieverliebtes Werk, das zwischen britischem Pop und amerikanisch-beeinflusstem Soft-Rock pendelt. Die personell gewachsene Band präsentierte sich auch als solche und war nicht nur das Vehikel für die Ideen einzelner. Der Sound war insgesamt dichter und zum Beispiel mit süffigen Bläsern ausgestattet. Das erklärt eventuell auch den größeren Erfolg der Wings in den USA im Vergleich zu Großbritannien.

Das vorliegende Doppelalbum stellt inzwischen die fünfte Aufbereitung von „Venus And Mars“ dar. Doch erstmals wird mit Bonusmaterial nicht gegeizt. So kommt der geneigte Konsument in den Genuss stilistisch sehr unterschiedlicher Stücke, die freilich nicht immer erste Wahl sind, aber mit denen die Wings nichtsdestotrotz die Bandbreite ihres Könnens unter Beweis stellen. Fazit: Für den Hörer, der nicht nur an der Oberfläche kratzen möchte, ist auch diese Deluxe-Geschichtsstunde lohnenswert.

Anspieltipps:

  • Letting go
  • Rock show
  • Medicine jar
  • Junior’s farm
  • Listen to what the man said
  • Going to New Orleans (my carnival)
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