Bleachers - Strange Desire - Cover
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Bleachers Strange Desire


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine im positiven Sinn nie aneckende Pop-Platte, die einfach Spaß macht.

Jack Michael Antonoff (30) ist ein Drittel der amerikanischen Indie-Pop-Band Fun., die mit dem Song „We are young” (09/2011) von ihrem zweiten Album „Some Nights“ (02/2012) bereits einen weltweiten Hit vorweisen kann. Doch anstatt das heiße Eisen weiter zu schmieden, erscheint dieser Tage nicht der nächste Fun.-Longplayer, sondern unter dem Pseudonym Bleachers das erste Solowerk von Herrn Antonoff, der als Songschreiber sehr begehrt ist und u.a. schon für Sara Bareilles, Taylor Swift, Christina Perri und Carly Rae Jepsen Titel geschrieben hat.

„Strange Desire“ entstand in den vergangenen zwei Jahren rund um den Globus auf den ausgedehnten Tourneen von Fun., wobei es eine ganze Weile dauerte, bis sich aus der lange geheim gehaltenen Idee ein Masterplan entwickelte und mit Produzent und Co-Songwriter John Hill (Jay-Z, Birdy, Empire Of The Sun, Shakira, Mayer Hawthorne, M.I.A.) ein Erfüllungsgehilfe eingeschaltet wurde. Dieser stellt sich für Jack Antonoff als wahrer Glücksgriff heraus. Denn beide Musiker haben eine sehr ähnliche Auffassung von Popmusik, die für sie mit raumgreifenden Arrangements und Melodien aus der Vollrahm-Stufe ausgestattet sein muss.

Dementsprechend greifen Hill und Antonoff in den elf Songs des Albums in die Vollen und versehen im Prinzip jedes Stück mit der maximalen Portion Zuckerguss und zwei anstatt einer Kirsche auf der Sahne. So etwas muss dem geneigten Hörer natürlich im Grundsatz gefallen, ansonsten könnte dieses Sommer-Sonne-Gute-Laune-Album trotz seines Melodienrausches schwer im Magen liegen, siehe auch The Scissor Sisters, Fun., Queen und ABBA. Wer an diese Koordinaten allerdings einen Haken macht und sich auf die süffigen Keyboard- und Synthie-Teppiche einlässt, wird mit einem euphorischen Album belohnt, das perfekt in den Sommer passt.

So gibt es am Anfang zwar noch das etwa schleppende „Wild heart“ zu überwinden, doch ab „Rollercoaster“ beginnt im wahrsten Sinne des Wortes eine Achterbahnfahrt in Sachen aktueller Popmusik, die sich ihre Grundlagen in den 80er Jahren eingesogen hat und daraus nun ein Feuerwerk aus unverschämt eingängigen Songs destilliert hat. Dabei spielt es keine Rolle, ob es etwas ruhiger zugeht („Reckless love“, „Wake me“, „Take me away“) oder aus allen Rhythmus-Rohren geschossen wird („Like a river runs“, „You’re still a mystery“). Denn „Strange Desire“ ist eine im positiven Sinn nie aneckende Pop-Platte, die einfach Spaß macht.

Anspieltipps:

  • Wake me
  • Wild heart
  • Rollercoaster
  • Like a river runs
  • You’re still a mystery
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