Redemption - Live From The Pit - Cover
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Redemption Live From The Pit


  • Label: Sensory Records/ALIVE
  • Laufzeit: 160 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Randvoll gepackte Live-Show, die nicht nur für Fans der Band interessant sein sollte.

Bei Redemption scheint es seit der Gründung immer um die wenigen verbleibenden Zentimeter zu gehen, die übersprungen werden müssen, um in den Olymp des Prog Metals gelangen zu können. Bisher kam es zwar noch nicht dazu, aber bei einer Band, die seit ihrer Gründung eigentlich nur starke Alben veröffentlicht hat und bei der namhafte Musiker aus Bands wie Agent Steel, Roswell Six oder Fates Warning federführend waren und sind, wissen Fans und Kenner, woran sie sind. Die sollten sich um so mehr freuen, dass sie sich fünf Jahre nach „Frozen In The Moment - Live In Atlanta“ (2009) erneut ein Livedokument der US-Amerikaner ins Wohnzimmer holen dürfen. Diesmal in einem Package bestehend aus CD und DVD.

In Sachen Songauswahl lassen sich Redemption keinesfalls lumpen und hauen zwölf Hits am Band raus. „Live From The Pit“ ist in dieser Hinsicht gar nicht mal auf das letzte Album „This Mortal Coil“ (2011) fokussiert, um es nachträglich noch im Livegewand zu präsentieren, sondern bietet eine Gesamtübersicht über das Schaffen der Band in den letzten 13 Jahren. Während lediglich „Nocturnal“ vom 2003er-Debüt in die Setlist aufgenommen wurden, sind es gerade die zwei Tracks vom mittlerweile zum bandeigenen Klassiker avancierten „The Fullness Of Time“, welche immer wieder gut funktionieren und besonders viel Spaß machen. Das energiegeladene „Threads“ ist sowohl komplex als auch mit einer unerwarteten Partytauglichkeit gesegnet, was den Song zum idealen Opener macht. „The Death Of Faith And Reason“, „Dreams From The Pit“, die, wenn man so will, Single „The Suffocating Silence“ („The Origins Of Ruin“) oder „Parker's Eyes“ funzen sowieso wie eh und je - das Publikum beweist es eindrucksvoll! Von „Snowfall On Judgement Day“ (2009) werden „Black And White World“ sowie „Walls“ geboten, welches in Form eines furiosen Finales eine absolut perfekte Wahl darstellt.

Nach beinahe 80 Minuten Spielzeit auf einer CD bekommt der Fan das gleiche Konzert nochmal in DVD-Form geboten. Und an dieser Stelle haben Redemption ihr größtes Verkaufsargument: Die DVD von „Live From The Pit“ ist kein Schnellschuss, keine Ansammlung von Bonusmaterial und ausgewählten Tracks, sondern der komplette Gig, den man schon von der CD gekannt hat und somit vollwertig. Neben einer sehr guten Ton- und Bildqualität (wobei die Stimme Ray Alders stellenweise etwas rauschig herüberkommt) überzeugt übrigens besonders die mehr als gelungene Bühnenshow, welche anhand von Videos im Hintergrund zwar dezent, aber ungemein wirkungsvoll und passend ausgefallen ist. Hier zu nennen wären die mal zur Abwechslung nicht als bloße Effekthascherei genutzten Nachrichtenclips von 9/11 in „Parker's Eyes“ oder die persönliche Hommage an verstorbene Musiker in „Stronger Than Death“.

Der einzige echte Wermutstropfen ist das auf der Rückseite des Albums versprochene Bonusmaterial, das in einer solchen Form (z.B. eine Doku oder Interviews) einfach nicht vorhanden ist und sich anscheinend auf den 5.1 Surround Mix beschränkt, welcher allerdings explizit nicht als Bonus genannt wird. Diese Fehlinformation schmälert das Erlebnis zwar nur im Ansatz, aber sie schmälert es. Dennoch kriegen Fans von Redemption eine absolut gelungene Show geboten, während Neulinge sich über eine dieser Live-Best-ofs freuen dürfen, die ihnen diese sehr feine Band näher bringen sollte. Ob „Live From The Pit“ nun vorrangig als DVD oder CD vermarktet werden soll, wird kaum klar, aber eigentlich ist dies zweitrangig - gut sind beide Hälften dieses Albums!

Anspieltipps:

  • Intro/Threads
  • Dreams From The Pit
  • Parker's Eyes
  • The Death Of Faith And Reason
  • Walls

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