Porter Robinson - Worlds - Cover
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Porter Robinson Worlds


  • Label: Capitol/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Mainstream-EDM mit vereinzelt schönen Momenten.

Das Ende des Albumformats wird in letzter Zeit ja immer häufiger ausgerufen. Gerade im Elektro-Bereich stand der Longplayer im Vergleich zu EPs und Singles schon immer auf wackligen Füßen. Das scheint die jüngere Generation an Künstlern aber nicht davon abzuhalten, auf das Format zurückzugreifen. Auch Porter Robinson nicht, der sich trotz vergangener EP-Erfolge mit „Worlds“ am Format Debütalbum versucht.

Mit einer Promo-Aktion auf einer der beliebtesten Gaming-Sites zollte der 22-jährige Porter schon im Vorfeld dem Videospiel-Medium Tribut. Dessen Einfluss findet sich unter anderem in Form von MIDI-Samples („Divinity“) und sogenannten Vocaloids („Sad Machine“, „Goodbye To A World“), die klingen wie „Portal“-Antagonist GLaDOS, auf Porters Debüt wieder. Außerdem bedient er sich wieder der Ambient-Sounds, die er auf seiner „Spitfire“ EP (2011) schon zur Schau gestellt hatte. So kommt einer der besten Tracks auf diesem Debüt zustande. „Fellow Feelings“ besticht am Anfang mit ruhigen Violinen, die sich am Ende mit metallischen Glitch-Effekten abwechseln, beides überbrückt von einer melancholischen Erzählung.

So sehr Porter Robinson sich bemüht, seine Tracks auch wie die eigenen klingen zu lassen, seinen japanophilen Charakter in das Album einfließen zu lassen. Ganz kann er sich von „formelhaften“ Sounds und Songstrukturen nicht lösen, trotz konträrem Vorsatz. Zwar gibt’s hier ein bisschen Glitch Hop mit zerhackten japanischen Vocals („Flicker“) und da mal ein bisschen French House („Fresh Static Snow“) oder balladenmäßigen Dubstep („Natural Light“) auf die Ohren, doch die können nicht über die überwiegende Anzahl an Tracks hinwegtäuschen, die allzu radiofreundlich und EDM-typisch ausgefallen sind.

Das geht Porter Robinson dann doch ganz ähnlich wie seinem guten Freund und Produzentenkollegen Mat Zo. Viele Ruhepassagen, die Melodien betonen und Drops vorbereiten, inflationäre Nutzung ein und desselben Kickdrum-Samples und Gast-Vocals im Stile der aktuellen Passion Pit, die hier aber nur da zu sein scheinen, um Leuten was zum Mitsingen zu geben. So bleibt es eben, trotz schöner Momente wie „Fellow Feeling“ und den Wasserfall-Synthies in „Polygon Dust“, beim guten Durchschnitt.

Anspieltipps:

  • Fellow Feeling
  • Polygon Dust
  • Natural Light

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