The Bug - Angels & Devils - Cover
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The Bug Angels & Devils


  • Label: Ninja Tune/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein bisschen Aggressivität, ein bisschen Gewohnheit. Kevin Martin ist in Form.

Kevin Martin lässt sich gerne Zeit zwischen Album-Releases, „London Zoo“ ist schon wieder sechs Jahre her. Für Fans seines musikalischen Outputs gibt es aber zum Glück immer noch eine Vielzahl von EPs, die der Londoner zwischen seinen Alben veröffentlicht, um seinen UK-Sound weiter hochzuhalten. Konkret heißt das: Dubstep, Grime, Trip Hop, Reggae und alles was dazwischen liegt. Einen Künstler mit seiner Vorgeschichte auf diese paar Genres zu reduzieren, wäre allerdings ein Fehler.

Features wie Inga Copeland und Death Grips, aber auch Danny Brown auf der Vorjahres-EP „Filthy“, zeigen, dass Martin immer noch bereit ist Dinge auszuprobieren, die auf den ersten Blick nicht unbedingt nahe liegen. Auch wenn die Veränderungen nur in feinen Nuancen zu Tage treten. Schließlich bleibt er mit der Verpflichtung von Warrior Queen und Flowdan auch alten Gewohnheiten und MCs treu. MCs gehören zu Bug-Platten wie Rillen ins Vinyl, daher gibt’s auch auf „Angels & Devils“ wieder nur zwei pur instrumentale Tracks. Dafür erweist Martin mit dem düster-industriellen „Ascension“ und dem Ambient-Stück „Pandi“ seinen alten Projekten nochmal die Ehre.

Viel Bewunderung darf es dafür geben, dass Kevin Martin es schafft, Features wie Gonjasufi ein Track-Bett zu schaffen, das klingt als wäre es ihr eigenes, aber immer noch unverkennbar The Bugs Signatur trägt. Für die Zusammenarbeit mit Death Grips war seine Noise-Erfahrung sicherlich zuträglich, den Kaliforniern einen Dubstep-Track zu schneidern, ist dadurch aber nicht weniger Geniestreich. Dass es „Dirty“ von der „Filthy“ EP in abgewandelter Form auf das Album geschafft hat, ist außerdem bezeichnend für eine Aggressivität, die sich in der Stärke auf „London Zoo“ nicht gezeigt hatte.

Tracks wie „The One“, „Function“ oder „Fat Mac“ geben schließlich mehr Stoff, als man es in den vergangenen Jahren (von 2013 mal abgesehen) von Kevin Martin kannte und bieten stimmige Abwechslung zu den eher dahin treibenden „Save Me“ oder „Fall“. Wo der dreckige Bass von „Function“ einmal aufschlägt, wächst kein Gras mehr. Und so blicken wir den kommenden Veröffentlichungen erwartungsvoll entgegen. Sie dürfen sich Zeit lassen.

Anspieltipps:

  • Mi Lost
  • Function
  • Save Me
  • Fuck A Bitch

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