Alaska - These Sacred Floors - Cover
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Alaska These Sacred Floors


  • Label: Marsh-Marigold/CARGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Herrliche Sehnsuchts-, Sommer- und Wehmutslieder auf ganz hohem Niveau!

Rückbesinnung mit verblichenen Fotos und eine Sehnsucht nach vermeintlich guten alten Zeiten sind nicht nur Motive für das Coverartwork und Booklet von „These Sacred Floors“, sondern auch für die zwölf Songs des neuen Alaska-Albums. Das deutsche Indie-Pop-Quintett beherrscht die Kunst, aus wehmütigen und melancholischen Stimmungen bezaubernde Songs zu formen, die an so tolle Bands wie Belle And Sebastian, Television Personalities, Death Cab For Cutie, This Void oder Grandaddy erinnern.

Alaska sind Torben Schmieder (Gitarre & Gesang), Christoph Martens (Bass), Björn Steffens (Keyboards), Stephan Dublasky (Gitarre) und Schlagzeuger Pat Merick. Dabei verstehen es die Fünf im Verbund, sowohl mit den leisen, als auch mit den sich aufschwingenden Melodien zu spielen. Das Verspielte trifft auf Feingeistiges, ein Hauch Psychedelia auf Hymnisches, das immer angenehm zurückgenommen inszeniert wird. Auch was die Produktion betrifft, ist hier weniger mehr. Das warme Klangbild bringt einem so längst vergessene oder der eigenen Fantasie entsprungene Erinnerungen zurück. Ein musikalisches, beinahe märchenhaftes Poesie-Album mit manchmal nostalgischer Note, die jedoch ohne Kitsch und Tränendrüsen-Sentimentalitäten auskommt.

Ganz besonders stechen das sich beschwingt aufbäumende „The Boys Are Back In Town“, die feinfühlige Adaption des McCarthy Klassikers „Red Sleeping Beauty“ und das mit Felt-Orgel Karussell fahrende „Kings Of The Class (Revisited)“ heraus. Oder das Bass brummelnde, mit Keyboard-Streichern mäandernde „About Somersaults“ sowie das verträumt-poetische „Tomorrow’s Birthday“. Nicht zu vergessen die Piano-Miniatur „A Lousy Night“, die sich schließlich mit wehmütigen E-Gitarren emporstreckt.

Kaum zu glauben, dass wir es hier mit einer deutschen Band zu tun haben, denn für die Verbindung von Leichtigkeit, Melancholie und Pop sind Deutsche eigentlich kaum bekannt. Zudem verschwinden oben genannte Referenz-Bands mit jedem weiteren Durchlauf und offenbaren eine Originalität, über die wir uns nur allzu gerne wundern. Herrliche Sommer- und Sehnsuchtslieder auf ganz hohem internationalem Niveau! Chapeau!

Anspieltipps:

  • About Somersaults
  • The Boys Are Back In Town
  • Tomorrow’s Birthday
  • A Lousy Night
  • Kings Of The Class (Revisited)

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