Simian Mobile Disco - Whorl - Cover
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Simian Mobile Disco Whorl


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 61 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Zurück zu analogen Genrewurzeln und auf zu neuen Klängen.

„Kunst ist weglassen.“ Ein Credo, das James Ford und Jas Shaw wohl auch im Sinn hatten, als sie für die Aufnahme von „Whorl“ in die kalifornische Wüste zogen. Das sollte in künstlerischer Selbstbeschränkung nur mit einem Mixer, zwei Sequencern und zwei modularen Synthesizern geschehen. Der Output wurde im Studio noch nachbearbeitet, um sich nicht nur auf das Umstecken von Kabeln zu verlassen. Das ändert jedoch nichts daran, dass „Whorl“ weit entfernt ist vom krachenden Tech House auf „Unpatterns“ oder dem kalten Techno auf „Delicacies“.

Zwar steckt hinter den Tracks des mittlerweile fünften Albums auch ordentlich Energie, doch die zwei Opener legen von vornherein den Schwerpunkt fest. Synthies formen breite, oszillierende Klangflächen, die in „Redshift“ und „Dandelion Spheres“ das Gefühl von grenzenloser und bedrückender Weite vermitteln. Auch noch während „Sun Dogs“, wo erstmals ein Beat einsetzt, fühlt man sich in die 60er- und 70er-Jahre-Sci-Fi-Ära zurückversetzt.

Zur Schwerelosigkeit und hellen Klangfarbe der Synthies, zu den piependen Sounds, gesellen sich rhythmische Techno-Beats, die den Sound wieder Richtung Gegenwart rücken. Das klingt gerade bei „Hypnick Jerk“ schon sehr nach dem, was Holdens „The Inheritors“ vergangenes Jahr so toll gemacht hat. Wo Holden allerdings auf komplexe Patterns und Exotik setzte, machen Simian Mobile Disco eben breite Ambientsphären zum Fokus ihrer Produktion. Das ist allerdings nicht mit Ruhe gleichzusetzen. James und Jas können auch richtig Feuer geben, wie sie in „Dervish“ und „Jam Side Up“ schön demonstrieren.

Dass Simian Mobile Disco Bombast können, haben sie in der Vergangenheit bereits bewiesen. Viel mehr Aufmerksamkeit haben daher die auf und ab wallenden Synthiewände, die warmen Klangflächen und klimpernden Klangspielereien verdient. Diese machen als Ausdruck der technischen Produktionsmittel den eigentlichen Unterschied zu Fords und Shaws vergangenen Werken aus. Man ist versucht zu sagen, es sei ihr bisher bestes.

Anspieltipps:

  • Hypnick Jerk
  • Nazard
  • Jam Side Up
  • Tangents
  • Iron Henge

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