Foo Fighters - Sonic Highways - Cover
Große Ansicht

Foo Fighters Sonic Highways


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Konzeptalbum und eine Liebeserklärung an die Geschichte der amerikanischen Musik.

Als das Sound City Studio in Los Angeles im Mai 2011 schließen musste, versetzte diese Nachricht Foo-Fighters-Mastermind Dave Grohl (45) in Alarmbereitschaft. Die dort installierte analoge „Neve 8028”-Studiokonsole, mit der u.a. legendäre Alben von Fleetwood Mac, Metallica, Rage Against The Machine, Neil Young, Red Hot Chili Peppers sowie der 1991er „Nevermind“-Longplayer von Nirvana aufgenommen wurden, musste gerettet werden! Als vielfacher Millionär war dies kein Problem für den Ex-Nirvana-Drummer, der sich das edle Teil nach dem Erwerb in sein Homestudio einbauen ließ und das ganze Brimborium mit einem Film plus Soundtrack („Sound City“) dokumentierte.

Das neue Album der Foo Fighters, „Sonic Highways“, spinnt den Studio-Trip von Dave Grohl nun weiter. Basierend auf einer acht Folgen umfassenden Serie für den Pay-TV-Sender HBO, bei der Grohl genau wie bei „Sound City“ Regie führte, geht die Reise nicht nur kreuz und quer durch die Vereinigten Staaten, sondern tief in die Geschichte der amerikanischen Musikkultur. Dazu quartierten sich die Foo Fighters in acht berühmten Aufnahmestudios des Landes ein und nahmen dort zusammen mit lokalen Musikgrößen jeweils einen Song auf.

Zusammen mit Produzent Butch Vig (u.a. Green Day, Nirvana, Sonic Youth, Jimmy Eat World, Smashing Pumpkins, Against Me!) machten die Foo Fighters Station in Austin (KLRU-TV Studio 6A), Chicago (Electrical Audio Studios), Los Angeles (Rancho de la Luna Studio), Nashville (Southern Ground Studio), New Orleans (Preservation Hall), New York City (Magic Shop Studio), Seattle (Robert Lang Studio) und Washington DC (Inner Ear Studio). Dadurch sollten die Vibes der Studios und das Leben in den Städten Einzug in den Aufnahmeprozess halten und das erste Konzeptalbum in der Geschichte der Foo Fighters beeinflussen.

Der geneigte Foo-Fighters-Hörer sollte diesbezüglich aber keine Angst haben, dass Mr. Grohl überschnappt und in fremden Genres wildert. Denn: Studio-Vibe: ja, neuer Foo-Fighters-Sound: nein! Will heißen, dass die Foo Fighters auch auf „Sonic Highways“ das tun, für das sie bekannt sind und geliebt werden. Vermutlich kann ein Dave Grohl auch gar nicht anders, als breitbeinigen und Testosteron-geschwängerten Mainstream-Rock zu schreiben, der wie geschaffen für die Beschallung von großen Stadien ist. Dass es dabei nicht immer mit der Hook-Brechstange zugehen muss, zeigen Titel wie der mit Rick Nelson (Cheap Trick) eingespielte Opener „Something from nothing“ oder das in zwei Teile gesplittete Southern-Rock-Vehikel „What did I do?/God as my witness“.

Darüber hinaus gibt es die übliche Dave-Grohl-Kost: „The feast and the famine“ ist ein klassischer Hauruck-Punkrocker, „Congregation“ ist hymnischer Schunkel-Rock und „Outside“ poppigster Radiorock im Verbund mit Joe Walsh (Eagles). Dazu werden zum großen Finale Bläser, Streicher und Chöre aufgefahren und Tonspur um Tonspur aufgeschichtet, nur um mit „In the clear“ und „I am a river“ einen standesgemäßen Abgang zu haben. Fazit: Am Ende ist „Sonic Highways“, geprägt von seinem Konzept, sicher anders als ein „normales“ Album der Foo Fighters, aber trotzdem gut, wenn auch lange nicht so überragend wie z.B. das gute alte „The Colour And The Shape“.

Anspieltipps:

  • Outside
  • In the clear
  • I am a river
  • The feast and the famine
Neue Kritiken im Genre „Rock“
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „Foo Fighters“
comments powered by Disqus