Kongos - Lunatic - Cover
Große Ansicht

Kongos Lunatic


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Beim Kampf gegen den Durchschnitt pfeift der Schiedsrichter beim Stand von Unentschieden vorzeitig ab.

John Kongos (69) ist ein südafrikanischer Singer/Songwriter, der seit den frühen 60er Jahren aktiv ist und seine erfolgreichste Zeit in den 70er Jahren hatte. Zusammen mit seiner Frau Shelley hat er vier erwachsene Söhne im Alter von 25 bis 32 Jahren, die seit 2007 unter dem Namen Kongos miteinander musizieren, wobei das im Jahr 2007 auf den Markt gekommene Debütalbum inzwischen totgeschwiegen und der ursprünglich im Jahr 2011 (!) veröffentlichte Longplayer „Lunatic“ als offizielles Debüt bezeichnet wird. Aber solche Spielchen kennen wir ja auch von anderen Künstlern, siehe zum Beispiel Lana Del Rey. Deshalb: Schwamm drüber!

Fakt ist: „Lunatic“ erscheint nun auch hierzulande im Vertrieb des Branchenriesen Sony Music. Das lässt das kommerzielle Potenzial der Band erahnen. Und wer über den großen Teich blickt, kann feststellen, dass aus dem Album bereits vier Singles ausgekoppelt wurden, von denen „Come with me now“ in den USA und Kanada richtig erfolgreich war. Also ist es bestimmt nicht uninteressant, das vermeintliche Debütwerk von Daniel (Gitarre, Gesang), Johnny (Keyboards, Gesang), Dylan (Bass, Gesang) und Jesse Kongos (Drums, Gesang) einmal unter die Lupe zu nehmen.

Besagtes „Come with me now“ oder auch „I want to know“, das mit dezenten Reggae-Anleihen ausgestattet ist, fallen durch stampfende Beats und ein Melodieverständnis auf, das an die Australier von Midnight Oil erinnert. Damit signalisieren die vier Brüder eine Leichtigkeit in ihrem Songwriting, die nicht selbstverständlich ist. Dabei streuen sie vielschichtige Einflüsse wie das nach französischer Folklore klingende Akkordeon in „Kids these days“ und „As we are“ ein und liefern mit „I’m only joking“ und „Hey I don’t know“ rhythmische Feuerwerke ab, zu denen sich Stammestänze aufführen lassen. Eine Prise „Coldplay meets U2 meets Kings Of Leon“ fliegt dem Hörer dagegen in „Sex on the radio“ und „Take my back” entgegen.

Kongos bieten auf „Lunatic” von allem ein bisschen und sind durchaus um eine eigene Identität in ihrem Sound bemüht. Das klappt bei 12 Songs mal besser und mal weniger gut, doch echte Ausfälle gibt es keine. Echte Sensationen dagegen auch nicht. So ist „Lunatic“ alles in allem ein Werk, das gegen den Makel der Durchschnittlichkeit kämpft, wobei der Schiedsrichter beim Stand von Unentschieden vorzeitig abpfeift.

Anspieltipps:

  • As we are
  • Traveling on
  • Sex on the radio
  • Come with me now
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Kongos“
comments powered by Disqus