Zeus - Classic Zeus - Cover
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Zeus Classic Zeus


  • Label: So Recordings/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Allein dass „Classic Zeus“ auch auf Kassette angeboten wird, sollte Retro-Rock-Fans Anstoß geben, mal reinzuhören.

Der Titel auf „Classic Zeus“ ist nur zur Hälfte Programm. Wer ist eigentlich Zeus? Diese Rockband aus Toronto, die sich gegen den Zahn der Zeit auflehnt. Aber was heißt eigentlich „diese“ Band. Dass Zeus überhaupt die Retro-Keule auspackt, ist vielen Hörern etwas Neues. Wenn ihre Musik auf ihrer neuen Scheibe ertönt, darf jedoch schnell der Schluss gezogen werden, dass hier Classic-Rock der letzten Jahrzehnte rezitiert wird. In Verbindung mit modernen Elementen, die unter anderem an wandelnde Qualitätsprädikate wie Wilco erinnern, ist Zeus dem Etablieren der eigenen Marke nicht näher. Aber zumindest werden sie mit immer besserer Musik in Verbindung gebracht.

Nur den Namen Wilco zu nennen, wäre jedoch nicht bloß zu kurz gegriffen, sondern würde auch einen falschen Eindruck vermitteln. Zeus haben mit Country nämlich nichts am Hut und nutzen für ihre modernen Momente den Sound des Indie-Pop. Der Vergleich mit Wilco drängt sich trotzdem auf, da viele Versatzstücke auch vom Gesang her und durch die recht eigenwillige Wahl der Instrumente an Wilco erinnern. Aber auch wenn Zeus neben der Eigenwilligkeit von Wilco Rock von den Beach Boys bis zum Electric Light Orchestra wieder aufleben lassen, besitzt ihre Musik dann doch etwas Eigenes.

Was den meisten Liedern abseits des Ohrwurms „Miss My Friends“ abhandenkommt, ist jedoch die nötige Eingängigkeit. Das Album schafft es zwar mit seiner klaren Linie und den nach Jahrzehnten wieder frisch aufgelegten Ideen für Kurzweile zu sorgen, aber was fehlt ist die Dauerhaftigkeit. Songs wie „First One In“ scheinen nur knapp entfernt davon, auf eigenen Füßen zu stehen. Irgendwie gehen die meisten Lieder aber in der 36-minütigen Wonne des Albums unter und drängen sich gar nicht erst als Einzelstücke auf. Das mag auf einem Konzeptalbum funktionieren, doch Fade Outs und größtenteils unmerkliche Übergänge lassen das Album unfreiwillig immer wieder ein wenig aus dem Fokus geraten. Morgen erinnern sich Hörer bestimmt noch an „Miss My Friends“ und „27 Is The New 17“, doch ansonsten überwiegt bei aller vorhandenen Klasse das Gefühl, dass die Lieder nicht richtig anzufangen und zu enden wissen.

Anspieltipps:

  • Miss My Friends
  • 27 Is The New 17
  • You Could Have A Lover

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