John Mellencamp - Plain Spoken - Cover
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John Mellencamp Plain Spoken


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Stimme aus dem Herzen Amerikas hat noch immer etwas zu sagen.

Den „Cougar” (Puma) in seinem Namen hat John Mellencamp (62) schon vor langer Zeit aufgegeben. Inzwischen hat er auch die Pfade der Rockmusik verlassen, was ihn aber nicht weniger angriffslustig macht. Denn dort, wo die vermeintliche Schärfe aus Mellencamps Musik entwichen ist, ersetzen nun die Texte eines klassischen Songwriters im Stile eines Bob Dylan und Bruce Springsteen das Tier im Manne. Dieser vor einigen Jahren mit dem „Freedom’s Road“-Longplayer (04/2007) eingeleitete Turnaround hält bis heute an und prägt auch die inzwischen 22. Platte des Amerikaners.

Das von T Bone Burnett (Counting Crows, Diana Krall, The Wallflowers, Steve Earle) produzierte „Plain Spoken“ ist ein schnörkelloses Akustikalbum, das John Mellencamps Stimme – und damit auch die Texte – in das Zentrum rückt. Mit stoischer Konsequenz und einer von zu vielen Marlboros gezeichneten Stimme changiert John Mellencamp zwischen Country, Folk und Blues und lässt sich dabei nicht aus der Ruhe bringen. Das ist Mellencamps neue Definition von Roots-Rock, der nicht mehr scheppert und lärmt, sondern beruhigend wie ein Gebirgsbach plätschert. Und das ist auch das entscheidende Stichwort: Dem einen oder anderen wird der neue, tiefenentspannte Ex-Cougar wohl einen Tick zu sanft und damit langweilig sein.

Auf der anderen Seite stellen das fast schon verträumt wirkende Gitarrenspiel und die dezente Rhythmik im Rahmen von angenehm abgespeckten Arrangements eine Art dar, um den amerikanischen Traum in seinen verschiedenen Facetten zu beschreiben, die mit seiner nicht vorhandenen Aufdringlichkeit für wohlige Feierabendstimmung sorgt. So reiht John Mellencamp eine Geschichte an die nächste, ohne das ganz große Themen-Fass aufzumachen, und überzeugt dabei mit einer abgeklärten Performance, die dem Hörer zwar keinen echten Hit wie früher, aber dafür qualitative Geschlossenheit bietet.

Anspieltipps:

  • Tears in vain
  • The brass ring
  • The courtesy of kings
  • Sometimes there’s god

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