Jessie Ware - Tough Love - Cover
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Jessie Ware Tough Love


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Futuristisch wirkender Neo-Soul/R&B, der zwar keine unbedingte Massentauglichkeit besitzt, aber dennoch leicht ins Ohr geht.

Während sich Neo-Soul-Star Adele weiterhin im Baby- und Familienurlaub befindet und hinter den Kulissen mit Sony Music einen der finanziell mächtigsten Plattenverträge der vergangenen 20 Jahre aushandelt, müssen es ihre weiblichen Mitstreiter solange alleine richten und das Soul-Genre hochhalten. Einen ähnlichen kommerziellen Erfolg wie Adele hat zwar bis dato niemand wiederholen können, obwohl die Qualität von Künstlerinnen wie Alex Clare, Dionne Bromfield, Duffy, Ella Henderson, Emeli Sandé, Laura Mvula, Leslie Clio, Rumer, Selah Sue und eben Jessie Ware (30) durchaus gut ist. Doch weil die meisten Sängerinnen noch sehr jung sind, ist noch längst nicht aller Tage Abend.

Die gebürtige Londonerin Jessie Ware debütierte vor zwei Jahren mit dem Longplayer „Devotion“ (11/2012), aus dem ein halbes Dutzend Singles ausgekoppelt wurden. Das ist im digitalen Zeitalter zwar kein wirklicher Gratmesser mehr, doch das Album chartete in fast allen wichtigen Hitparaden, tat sich aber ausgerechnet in Deutschland schwer. Also steht mit Album Nummer zwei, „Tough Love“, nun Jessie Wares zweiter Versuch an, neben dem heimischen Publikum, u.a. auch das deutsche Publikum zu erreichen. In Großbritannien erreichte „Devotion“ schließlich den fünften Chart-Platz und erhielt eine Goldene Schallplatte für mehr als 100.000 abgesetzte Einheiten.

Musikalisch knüpft „Tough Love“ exakt an „Devotion“ an und strickt die Formel aus Soul, R&B, Pop und Electro-Elementen weiter, nur dass diesmal etwas stärker darauf geachtet wurde, dass die Stücke stärker ins Ohr gehen, ohne dass dabei auf Atmosphäre verzichtet werden muss. Diese ist nämlich entscheidend dafür, dass „Tough Love“ nicht wie ein Album von der Stange klingt. Auf dieser Basis gelang Jessie Ware und ihrem Team aus Produzenten und Songschreibern wie BenZell (Benny Blanco und Two Inch Punch), Miguel, Dave Okumu sowie James Ford ein gutes Zweitwerk, das die Qualität des Debüts bestätigt, ohne sich zu sehr zu wiederholen.

Somit wird dem Hörer auch heuer futuristisch wirkender Neo-Soul/R&B („Sweetest song“, „Kind of… sometimes… maybe”, „Pieces”) sowie eingängiger Soul-Pop („You & I forever“, „Say you love me”, „Want your feeling”) kredenzt, der zwar keine unbedingte Massentauglichkeit besitzt, aber dennoch leicht ins Ohr geht.

Anspieltipps:

  • Pieces
  • Keep on lying
  • Say you love me
  • You & I (forever)
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