Azure Ray - As Above So Below EP - Cover
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Azure Ray As Above So Below EP


  • Label: Affairs Of The Heart/INDIGO
  • Laufzeit: 21 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kann es eine Azure-Ray-Kritik ohne die Worte elfenhaft, verträumt, zart, ätherisch und verhuscht geben?

Nur zwei Jahre nach ihrem letzten Longplayer „Drawing Down The Moon“ (10/2010), der durch altbekannte Ästhetik und Ideen zu begeistern wusste, legen die beiden Damen von Azure Ray nun einen recht kurzen Nachfolger vor und machen darauf gleich zu Beginn klar, dass im Hause Taylor/Fink leichte Renovierungsarbeiten vorgenommen wurden.

Der Opener „Scattered like leaves“ beginnt mit einem dröhnenden Sound, unter den sich getupfte Beats mischen. Darüber schwirrt Orenda Finks hypnotische Flüsterstimme und ehe man sich versieht, haben Azure Ray den Hörer trotz neu entdecktem Minimalismus wieder um den Finger gewickelt. Noch unaufgeregter geht es weiter mit dem von Maria Taylor komponierten „Red ballon“. Ein paar Gesangsharmonien, ein noch subtileres Beatgerüst und ein dezentes Synthesizer-Fundament. Mehr braucht es nicht, um zu beweisen, dass fehlende Bodenhaftung nicht immer mit Qualitätsverlust einhergeht.

Im weiteren Verlauf des Mini-Albums ist dann deutlich der Spaß am Experiment zu spüren, der im Studio vorgeherrscht haben muss. Wir hören rückwärtsgewandte Samples („Unannounced“) und verschleppte TripHop-Beats („To this life“) – also ganz viel Elektronik und nur wenig Indie-Folk. Das Mitwirken von Orenda Finks Ehemann, seines Zeichens Mitglied der Synthie-Band The Faint, wird ebenso deutlich, wie auch die neuentdeckte Liebe zu James Blake. Lediglich das recht konservativ instrumentierte und somit an den bisher gewohnten Stil der beiden anknüpfende „The heart has its reason“ schleppt sich leider zu unspektakulär durch seine 3½ Minuten Spielzeit und schwebt direkt am Ohr des Hörers vorbei. Bei nur sechs Songs fällt dieser Fehlschlag deshalb negativer auf, als er eigentlich dürfte und zieht die Gesamtbewertung unnötig nach unten.

Mit „As Above So Below“ haben Azure Ray dennoch eine gelungene Kurskorrektur vorgenommen, die auf das nächste Album hoffen lässt. Und das ganz ohne ätherische und elfenhafte Engelsstimmen, die über verträumte Synthesizer und verhuschte Beats säuseln, um die zarteste Musik zu kreieren, die das menschliche Ohr jemals erfahren durfte.

Anspieltipps:

  • Unannounced
  • Scattered like leaves
  • Red ballon

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