Tony Bennett & Lady Gaga - Cheek To Cheek - Cover
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Tony Bennett & Lady Gaga Cheek To Cheek


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Lange angekündigt und am Ende so vorhersehbar wie das Fernsehprogramm an Weihnachten.

Es sollte eines der Highlights des Musikjahres 2014 werden, doch am Ende löste sich der vermeintliche Hype ganz schnell in Luft auf und verpuffte kommerziell in den weltweiten Charts. Lady Gaga (28), die in Sachen Promotion bis dato schon alles ausgereizt hatte, um dem nachlassenden Interesse an ihrer Musik die Fahrt zu nehmen, spielte mit Tony Bennett (88), dem Grandseigneur des Jazz und Swing, ein Album mit Genre-Standards ein und erntete damit Desinteresse und Kopfschütteln selbst bei ihren Hardcore-Fans. Dabei hatte der Spaß doch vorher bei Rod Stewart (69) und Robbie Williams (40) so gut geklappt. Hat das Publikum hier etwa ein Problem mit der Glaubwürdigkeit festgestellt?

Der Vorsatz, amerikanische Jazz- und Swing-Standards auch einem jüngeren Publikum näherzubringen, lautet auf den Titel „Cheek To Cheek“ und geht bis in das Jahr 2011 zurück, in dem Tony Bennett und Lady Gaga das erste Mal gemeinsam sangen und mit „The lady is a tramp“ einen Titel zu Bennetts erfolgreicher „Duets“-Reihe beisteuerten. Daraus wuchs irgendwann die Idee, ein ganzes Album in diesem Stil zu machen, aus dem nun die spannende Frage resultiert, wie Lady Gaga klingen mag, wenn die fetten Beats, die stylishen Lyrics und das ganze Brimborium drumherum wegfallen würden.

Bei all dem Glitter und Bombast ihrer Popsongs kann durchaus ignoriert bzw. nicht bemerkt werden, dass Lady Gaga eine sehr passable Sängerin ist. In den trotz Big-Band- und Orchester-Einsatz reduziert und abgespeckt klingenden Stücken ist dies nun deutlich herauszuhören – egal ob solo („Lush life“) oder im Duett mit dem 60 Jahre älteren Tony Bennett („I can’t give you anything but love“). Doch überraschend ist dies, wie gesagt, nicht. Ebenso wenig überraschend ist die Wirkung des Albums. Es handelt sich nun mal um Standards, die von Tony Bennetts Musikern quasi im Schlaf gespielt werden können, ohne dass sich ein falscher Ton einschleichen würde. Dieser Perfektion schließen sich Bennett und Gaga an und harmonieren gut, aber unauffällig.

Damit ist auch das Problem dieses eigentlich guten Longplayers lokalisiert: Er klingt so vorhersehbar und spannungsarm, dass man ihn gar nicht gehört haben muss, um zu wissen, was sich darauf abspielt. Das hat Robbie Williams mit seinen beiden Swing-Alben definitiv besser gelöst.

Anspieltipps:

  • Goody goody
  • They all laughed
  • The lady is a tramp
  • Let’s face the music and dance
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