Curse - Uns - Cover
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Curse Uns


  • Label: Indie Neue Welt/Groove Attack
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Curse spielt in seiner ganz eigenen Liga. Das macht „Uns“ zu einer echten Grenzerfahrung.

Michael Sebastian Kurth alias Curse (36) ist wieder da! Der Gentleman-Rapper aus Minden hatte seine Solokarriere vor vier Jahren überraschend auf Eis gelegt und sich als Texter, Komponist und Produzent in den Hintergrund zurückgezogen. In einem offenen Brief wurde eine spätere Rückkehr zum Rap zwar ausdrücklich nicht ausgeschlossen, doch genauso überraschend wie sein Rücktritt, kam im Sommer dieses Jahres die Ankündigung, dass Curse im Herbst mit „Uns“ sein Longplay-Comeback als Rapper geben würde. Und er hat Wort gehalten!

Auf seinem Label Indie Neue Welt startet der 36-Jährige seine Rückkehr zu der von ihm erfundenen Form des erwachsenen Deutsch-Rap, in dessen Fußstapfen während seiner Abwesenheit ein gewisser Casper mit „XOXO“ (07/2011) äußerst erfolgreich getreten war und mit „Hinterland“ (09/2013) sogar noch weiterentwickelt hat. Entsprechend auffällig knüpft Curse an diesen Sound an, den er zusammen mit dem Schweizer Produzenten und Songschreiber Claud, dem Berliner Studio-Kollektiv Beatgees (Culcha Candela, Daniel Schuhmacher, Flo Mega, Tim Bendzko, Sido, Olson) und seinem alten Weggefährten Sascha „Busy“ Bühren für „Uns“ entwickelt hat.

Ein Dutzend Tracks wurde für „Uns“ aufgenommen. Diese „brillieren“ nicht wie im Rap-Genre üblich durch eine Vielzahl fetter Beats und Kollegen-Disses, sondern durch ihre handgemachte Art und Weise mit echten Instrumenten und Stimmungen, die Curse wie kaum ein zweiter zu transportieren weiß. Von einigen wird er deshalb und wegen seiner einfühlsamen Texte gerne als Emo-Rapper verspottet. Zwar legt „Uns“ mit dem pompösen Track „Tatooine“ mit ziemlich dicker Hose los, doch schon bald findet Curse seinen speziellen Soul-Touch und den erzählerischen Charakter in seinen Raps wieder und pendelt sich damit in einem Soundbett zwischen Pop und HipHop ein.

Das mag für die Puristen unter den HipHop- und Rap-Fans sicher nicht das Gelbe vom Ei sein und für Deutschlands harte Rap-Hunde von den Straßen Berlins schon mal gar nicht taugen. Diese will Curse mit dieser Platte aber auch gar nicht ansprechen. Denn „Uns“ ist filigran anstatt brachial, zart anstatt hart und poetisch anstatt angeberisch. Dadurch spielt dieses Album in seiner ganz eigenen Liga. Eine echte Grenzerfahrung.

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