King Tuff - Black Moon Spell - Cover
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King Tuff Black Moon Spell


  • Label: Sub Pop/CARGO
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
8.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Album, das laut Angaben der Band von ganz alleine und ohne jegliche Intentionen entstanden ist.

Auf „Black Moon Spell“ scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen. So ist das Album allem Anschein nach wie von alleine - oder besser - wie von Zauberhand entstanden. Die einzige Intention der Musiker, falls es eine solche überhaupt gegeben haben sollte, war, möglichst frei von jeglichen Erwartungen neue Songs zu kreieren. Dabei stand noch nicht einmal das Erschaffen eines neuen Albums im Vordergrund. Wie die Band selbst erklärt, ist „Black Moon Spell“ einfach so passiert. Womöglich hatten Dracula und Dämonen genauso ihre Finger im Spiel wie ein mystisches Leuchten, Mischgeräte mit Eigenleben und verhexter Kaffee.

Diese Angaben entstammen allesamt dem Promo-Text, der von Kyle Thomas alias King Tuff selbst geschrieben ist und sich ebenso wirr liest, wie das komplette Album im ersten Durchlauf klingt. Schuld daran ist sicherlich die ausgesprochene Lässigkeit, mit der sich King Tuff präsentiert und inszeniert. Interessanterweise funktioniert diese Scheißegal-Einstellung bereits seit dem Debut der Band im Jahre 2008 ausgezeichnet. Fast könnte man von einem (unbeabsichtigten) Konzept sprechen, wäre da nicht das Streben nach absoluter Planlosigkeit.

Es gibt aber doch etwas, das King Tuff und seinen Jüngern nicht egal ist: Elektro-Gitarren. Sie sind das Herzstück, die Seele der vierzehn Songs und kommen die vollen vierzig Minuten mit Nachdruck zum Einsatz. Sie sind sogar präsenter als King Tuffs einprägsamer Gesang, Magic Jakes tiefe Basstöne und Old Garys schnelles Schlagzeug. Dies gilt für alle Songs außer „I love you ugly“, der gerademal einmütigen Ballade des Albums, die als solche erstmal erkannt werden muss. In diesem Zusammenhang darf noch „Stairs of Diamonds“ genannt werden, da es mit seiner verhältnismäßig ruhigen Ader zu den langsamen, aber nicht weniger gitarrenlastigen Lieder gezählt werden darf.

„Black Moon Spell“, aufgenommen im sonnigen, lebensfrohen Kalifornien, ist kein Album für positive Gemüter, es ist aber auch nicht so düster, wie sein Name vielleicht assoziieren lässt. Vor allen Dingen ist es extrem schnell, etwas anstrengend und ziemlich „cool“. Es ist für alle Punx, Farmers, Bartenders, Skaters, Stoners, Moms, Dads und Witches, um nur ein paar Beispiele aus der Zielgruppe der Band zu nennen. Etwas reflektierter lässt sich sagen, dass es ein Album ist für alle, die mal so richtig Dampf ablassen, möglichst wenig nachdenken und möglichst viel Headbanging betreiben wollen und dabei nicht auf (zugegeben, flotte) Melodien verzichten können.

Anspieltipps:

  • Black Moon Spell
  • Headbanger
  • Black Holes in Stereo
  • Eddies Song

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