Taylor Swift - 1989 - Cover
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Taylor Swift 1989


  • Label: Big Machine Records
  • Laufzeit: 69 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Jetzt auch offiziell „Pop“: Taylor Swift zaubert eine wunderbare Melodie nach der anderen aus dem Country-Hut.

Basierend auf den amerikanischen Veröffentlichungsterminen, bringt Taylor Swift (24) seit 2006 im Zweijahresrhythmus neue Alben auf den Markt und hat damit die Country- und Pop-Welt erobert. Doch das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Denn auf „Red“ (10/2012) hatte sich bereits mehr als angedeutet, dass sich Nashville-Darling Taylor Swift immer weiter von ihren Country-Wurzeln entfernt und inzwischen tiefer in der Popmusik angekommen ist, als es den meisten Country-Fans lieb sein kann. Mit „1989“ geht sie jetzt konsequent den nächsten Schritt und bringt mit Ansage ihr erstes offizielles Pop-Album heraus.

In ihrer neuen Heimat Manhattan, New York, fand Taylor Swift endgültig Abstand von der Country-Szene und arbeitete mit einigen der größten Erfolgsgaranten in der Pop-Geschichte der vergangenen zehn bis 15 Jahren an neuen Songs. Das Team Max Martin (Britney Spears, Avril Lavigne, Kelly Clarkson, Katy Perry), Ryan Tedder (U2, Jennifer Lopez, Gwen Stefani, Carrie Underwood), Shellback (P!nk, Adam Lambert, Christina Aguilera, Maroon 5), Greg Kurstin (Lily Allen, Sia., Beyoncé, Lana Del Rey) und Jack Antonoff (Carly Rae Jepsen, Sara Bareilles, Christina Perri, Tegan And Sara), steht zusammen für einige Dutzend Nummer-eins-Hits auf dem ganzen Globus, zu denen sich mit den „1989“-Singleauskopplungen unter Garantie der eine oder andere hinzugesellen wird.

Der Titel „1989“ entspricht sowohl dem Geburtsjahr Taylor Swifts, als auch der Pop-musikalischen Epoche, die es der Sängerin besonders angetan hat. Dies bedeutet aber nicht, dass die 24-Jährige in den Geschichtsbüchern der Popmusik gekramt und ihr fünftes Album auf Retro gestylt hat. Die Songwriter und Produzenten erfüllen vielmehr die höchsten Anforderungen an modernen Pop, der aufgrund der Monopolstellung der Studio-Koryphäen immer einer latenten Austauschbarkeit unterliegt. So könnte in der Theorie jeder der oben genannten weiblichen Acts die Songs auf „1989“ singen, ohne dass es ungewöhnlich klingen würde. Doch der Hörer darf die Rechnung nicht vorschnell ohne den Faktor „Taylor Swift“ und ihren persönlichen Input machen. Denn hier trennt sich die Spreu vom Weizen.

Taylor Swift bringt ein Gespür für Melodien mit, das sie instinktiv die richtigen Songs für sich erkennen und weiterentwickeln lässt. Auf diese Weise ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, das so gut wie keine Ausfälle zulässt. Zudem bekommen die Stücke eine alles entscheidende persönliche Note verpasst, die den Übergang vom Country zum Pop einfach nur logisch erscheinen lässt und eine Seriosität mitbringt, um die Kolleginnen wir Avril Lavigne nur betteln können. So klingt ein Track wie „Shake it off“ zwar stark nach der kleinen Kanadierin, doch mit der geschickt-verschachtelten Hookline schlägt Taylor Swift den Banal-Pop ihrer Kollegin um Längen.

Dennoch muss sich der Hörer erst einmal an den neuen, von Gitarren bereinigten Sound gewöhnen und das Gefühl loswerden, dass den Songs latent etwas fehlen könnte. Dem ist nämlich nicht so! Die zumeist wuchtig, aber nicht überdreht produzierten Stücke sind ungewöhnlich erwachsen klingende Melodiewunder, die trotzdem eine jugendlich-moderne Frische aufweisen und direkt ins Herz treffen. Dazu sind aktuell maximal eine Handvoll Sängerinnen fähig. Zu dieser seltenen Spezies zählt Taylor Swift. Und das zahlt sich für sie aus. Denn laut Hochrechnungen hat sich „1989“ innerhalb einer Woche schon mehr als 1,2 Millionen Mal verkauft. Das sind Dimensionen, die in der heutigen Musiklandschaft sehr selten geworden sind.

Anspieltipps:

  • Blank space
  • Shake it off
  • I know places
  • Wildest dreams
  • Out of the woods
  • How you get the girl
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