Bob Dylan - The Basement Tapes Complete: Bootleg Series Vol. 11 - Cover
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Bob Dylan The Basement Tapes Complete: Bootleg Series Vol. 11


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 420 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Robert Zimmerman öffnet erneut seine Schatzkiste.

Mit dem elften Teil seiner „Bootleg Series” lüftet Bob Dylan (73) das Geheimnis um seine legendären „Basement Tapes“ aus den 60er Jahren. Damit ist der Heilige Gral der Dylan-Fans erstmals offiziell in vollem Umfang erhältlich und einer der ganz großen Mythen der Musikgeschichte entmystifiziert. Doch wie kam es eigentlich zu der von Sagen und Gerüchten umwobenen Story um Bob Dylans Keller-Sessions? Wir blicken zurück...

Bob Dylan war der aufgehende Stern am Singer/Songwriter-Himmel der frühen 60er Jahre. Nach dem Flop seines Debüts aus dem Jahr 1962, zementierte er innerhalb von nur drei Jahren mit den fünf Alben „The Freewheelin’ Bob Dylan“ (05/1963), „The Times They Are A-Changin’” (01/1964), „Another Side Of Bob Dylan” (08/1964), „Bringing It All Back Home” (03/1965), „Highway 61 Revisited” (08/1965) und „Blonde On Blonde” (05/1966) seinen Ruf als Folk-Songwriter Nummer eins. Doch dann ereilte ihn im Juli 1966 ein Schicksalsschlag. Bei einem selbstverschuldeten Motorradunfall zog sich Dylan Rückenverletzungen zu, über deren Ausmaß bis heute keine Details bekannt sind. Der Songschreiber verschwand zur Genesung für zwei Jahre aus der Öffentlichkeit, blieb dabei aber nicht untätig.

Bob Dylan lebte zu der Zeit in Bearsville in der Nähe von Woodstock unweit von New York. Nicht weit entfernt, in West Saugerties, hatten sich die Musiker Robbie Robertson, Levon Helm, Garth Hudson und Rick Danko für Aufnahme-Sessions in einem rosa angestrichenem Haus namens „Big Pink“ eingemietet. Dort entstanden mit verschiedenen Gastmusikern mehr als 100 Songs, an denen auch Bob Dylan beteiligt war. Einige der Stücke wurden anderen Musikern zum Kauf angeboten, unter anderem auch der Track „Mighty Quinn“, den Manfred Mann zum Welthit machte. Das weckte natürlich Begehrlichkeiten bei Fans und Presse: Welche Schätze halten Dylan und die als The Band agierenden Musiker eventuell noch unter Verschluss?

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Immer wieder tauchten einzelne Songs als Bootlegs auf, bis im Jahr 1975 eine stark verkürzte Sammlung von 24 Stücken unter dem Namen „The Basement Tapes“ auf den Markt kam. Doch damit waren die Dylanologen natürlich nicht zufriedenzustellen, so dass auch später immer wieder Bootlegs kursierten, wie die nahezu vollständige 5-CD-Box „The Genuine Basement Tapes“ aus dem Jahr 1990. Diese zumeist extrem schlecht klingenden Alben können nun im Regal nach ganz hinten geschoben werden. Denn Sony Music legt mit „The Basement Tapes Complete“ erstmals alle verwertbaren Aufnahmen aus dem Keller des „Big Pink“ vor! Auf sechs CDs befinden sich insgesamt 138 Songs, eingerahmt von einem 120 Seiten umfassenden Hardcoverbuch mit rarem und zum Teil unbekanntem Fotomaterial.

Sämtliche Tracks der Original-Bänder (einige davon wurden erst kürzlich entdeckt) wurden von Jan Haust und Garth Hudson einem digitalen Remastering unterzogen, das allerdings auch keine Wunder vollbringen konnte. Schließlich handelt es sich um Demo-Aufnahmen, die in für Recording-Sessions ungeeigneten Räumlichkeiten mitgeschnitten wurden. Dennoch haben diese CDs der Ausgabe aus dem Jahr 1975 damit etwas voraus. Die Songs wurden zum Teil erstmals komplett im Klang bearbeitet und der geneigte Fan muss nun nicht mehr auf illegale Versionen der „Basement Tapes“ zurückgreifen.

Anspieltipps:

  • I’m alright
  • Minstrel boy
  • Silent weekend
  • One for the road
  • Blowin‘ in the wind
  • Get your rocks off
  • Quinn the Eskimo
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