Sea Wolf - Song Spells, No. 1: Cedarsmoke - Cover
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Sea Wolf Song Spells, No. 1: Cedarsmoke


  • Label: Devilduck/INDIGO
  • Laufzeit: 40 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Frei von jeglichem Druck entfaltet sich ein Zauber.

Der Albumtitel „Song Spells, No. 1: Cedarsmoke“ mag ein wenig lang und ein wenig nebelhaft wirken, doch diese beide Eigenschaften geben ihm auch etwas Magisches. Das ist passend, denn der Mann hinter Sea Wolf, der eigentlich Alex Brown Church heißt, hat mit seinem mittlerweile vierten Album erneut in die Trickkiste gegriffen. Aufgetaucht sind zehn Songs, die sich zwischen fabelhaftem Zauber und vertrauten Träumen bewegen. Diesen Zauber erschafft Brown Church, gemeinsam mit seinen Bandmitgliedern Lisa Fendelander, Joey Ficken und Scott Leahy in den vierzig Minuten vor allem dadurch, dass sie alles Überkontrollierte fallen lassen und sich bodenständiger Musik widmen. Dabei räumen sie gleichzeitig drei hartnäckige Klischees beiseite.

Nummer eins: Experimente müssen nicht schiefgehen. Die Songs sind allesamt ehrlich, echt und persönlich. Es ist eindeutig zu hören, dass kein ausgefeilter Plan nötig war, um sie entstehen zu lassen. Deshalb sind sie frei von jedem Druck, jeder überbearbeiteten Möchtegern-Atmosphäre. Sie sind experimentell, klingen aber viel mehr nach gelungenem Zaubertrick, als nach missglücktem Versuch. Nummer zwei: Akustik und Elektronik müssen sich nicht hassen. Das beweisen Sea Wolf mit großer Sorgfalt, indem sie gekonnt Lieder aneinanderreihen, die entweder gänzlich auf Akustikgitarre basieren und von der prägenden Stimme des Frontmanns getragen werden („Young Bodies“), oder auf elektronische Beats setzen („Bergamont Morning“), ohne dass dabei der rote Faden verloren geht. Ab und an sorgen gänzlich instrumentale Stücke („Cedarsmoke“) für eine gemütliche Atmosphäre.

Nummer drei: Weniger ist durchaus mehr. Sea Wolf befreien ihre Lieder von jeglicher Überperfektion und erschaffen genau dadurch den Zauber, der dieses Album ausmacht. Das vierte Werk der Kalifornier ist eines für gemütliche Abende, für tiefgründige Gespräche, für eine relaxte Atmosphäre.

Anspieltipps:

  • Ram’s head
  • Young bodies
  • Whitewoods
  • Visions

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