Sick Of It All - Last Act Of Defiance - Cover
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Sick Of It All Last Act Of Defiance


  • Label: Century Media/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 31 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Die unermüdliche Hardcore-Maschine hat ein kleines Qualitätsleck. Grund zur Sorge gibt es trotzdem nicht.

Im Juli 1989 erschütterte ein Konglomerat aus Thrash Metal, Punk Rock und Hardcore Punk namens „Blood, Sweat And No Tears“ die New Yorker Szene. Der Sound war frisch, ähnlich aggressiv wie das Cover von Panteras „Vulgar Display Of Power“ (02/1992) und wetterte gegen sämtliche autoritäre Einrichtungen in den USA, während die Kritik am System nie dem künstlerischen Selbstzweck diente, sondern stets eine tief verankerte Lebenseinstellung in das Medium Musik transferierte. Über ein Vierteljahrhundert später sind Lou (Gesang) und Pete Koller (Gitarre), Craig Setari (Bass) und Armand Majidi (Schlagzeug) noch immer hier und führen mit dem zehnten Werk „Last Act Of Defiance“ genau das fort, was sie mit ihrem Debüt begonnen haben.

Nach der vor drei Jahren veröffentlichten Jubiläumsplatte „Nonstop“ (10/2011), die ihre größten Klassiker neu eingespielt Revue passieren ließ, wundert man sich dann auch nicht, wenn die ersten Tracks der neuen Langrille die härtere Metalausrichtung der Werke „Death To Tyrants“ (04/2006) oder „Based On A True Story“ (04/2010) in Richtung Punk und Hardcore verlässt. Das bedeutet zwar nicht, dass Album Nummer zehn völlig andere Grundsätze verfolgt, denn Sick Of It All sind hier noch immer zu 100 Prozent Sick Of It All, doch ein kleiner Schwenk zu den Genrewurzeln ist definitiv erkennbar. Ob sich die New Yorker Legenden damit einen Gefallen getan haben, ist jedoch fraglich, denn die ungestüme Ader der letzten Werke wird somit nicht erreicht und obwohl „Last Act Of Defiance“ einige hochwertige Kracher im Gepäck hat, fehlen der Scheibe als Ganzes gesehen der Biss und die Durchschlagskraft der Century Media-Platten.

Mitunter bekommt man sogar das Gefühl, Koller & Co. hätten an ihrem unerschütterlichen Erfolgsrezept lediglich ein paar Mengenangaben verändert und spielen dieses nun souverän, aber auch etwas einstudiert herunter. Überraschungen bleiben zudem aus und so bleibt am Ende ein etwas fahler Beigeschmack zurück, der keinen Weltuntergang für die Fans darstellen sollte, aber die Frage aufwirft, ob Sick Of It All die vier Jahre Entstehungszeit neben den üblichen Tour- und Festivalverpflichtungen womöglich nicht etwas zu knapp angesetzt haben. Doch sei´s drum! Wenn zumindest Kracher der Marke „Road less traveled“ mit dickem Groovepanzer, „Outgunned“ als dynamisches Gangshout-Spektakel, hymnische Pamphlete mit Ohrwurmgarantie und zitatewürdigem Text à la „I´ll always be a threat to an unjust government / We should always be a threat to the highest power” oder aufmunternde Hardcore Mosher wie „Never back down“ um die Ecke kommen, dann dürfte nach der nächsten Live-Demonstration dieser Stücke von Enttäuschung ohnehin keine Rede mehr sein.

Anspieltipps:

  • Dnc
  • Outgunned
  • Never Back Down
  • Road Less Traveled

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