Seekae - The Worry - Cover
Große Ansicht

Seekae The Worry


  • Label: Future Classic/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Standfuß in elektronischen Sphären, mit dem Schrittbein in eingängigeren Melodien und Vocals. Ein durchweg gelungener Ausfallschritt der Australier.

Die Portraits der drei Bandmitglieder von Seekae verschmelzen auf dem Plattencover zu einer Person. Das entstandene Bild wirkt gruselig künstlich und vertraut zugleich. Der musikalische Inhalt dürfte Personen, die die Gesichter der drei Australier bereits kennen, ähnlich befremden. Ihr elektronisches Kleid legen Seekae zwar nicht ab, doch auf „The Worry“ versuchen sie sich erstmals an Vocals und poppigeren Melodien.

Ein Experiment, das sich gelohnt hat. Des Trios dritter Longplayer gibt sich wesentlich ruhiger und strukturierter als seine Vorgänger. Das Debüt von 2008 war noch ein ungeordnetes Amalgam unterschiedlicher Genres, das mit „+Dome“ seine elektronischen Züge konturierte, sich aber weiter auf nichts festlegte. Mit „The Worry“ möchten Seekae mit der Tradition nicht brechen, sowohl House und Post-Dubstep als auch IDM sind wieder stark vertreten. Doch der Pop-Aspekt ist richtungsweisend, gibt den 12 Tracks ein greifbares, übergreifendes Konzept, das zuvor fehlte.

Vor allem die Vocals sind strukturstiftend, unterwerfen die Melodien zumindest teilweise ihrer Logik. „The Worry“ macht das viel zugänglicher als die experimentelleren Vorwerke, ohne jedoch dafür Qualität aufzugeben. Auch Bleep- und Produktions-Fetischisten werden an den Stücken definitiv ihre Freude haben. Seien es quietschende Industrial-Ausbrüche in „Oxen Calm“ oder jazzige Ruheoasen à la Moondog in „Monster“, die man feiert. Es sind eben auch organische Instrumente, die hinter „The Worry“ stehen und dem Album erlauben, sich an anderen Genres zu bedienen, ohne unauthentisch zu klingen.

Es ist ein vornehmlich ruhiges Album, das trotzdem in Emotionen und elektronischen Nuancen viel Energie versprüht, ohne die Grundstimmung zu kompromittieren und in vielerlei Hinsicht an die raffinierten Produktionen Dario Rojo Guerras (fLako) erinnert. Alex Cameron, eigentlich Schlagzeuger, scheint sich hinter dem Mikrofon genauso wohl zu fühlen.

Anspieltipps:

  • Monster
  • Hands
  • Test & Recognise
  • Oxen Calm
  • Tais

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
6.5/10

A Bath Full Of Ecstasy
  • 2019    
Diskutiere über „Seekae“
comments powered by Disqus