3rdEyeGirl - Plectrumelectrum - Cover
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3rdEyeGirl Plectrumelectrum


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Und wieder einmal fördert Prince junge Musikerinnen. Mit demselben Ergebnis wie fast immer: Verzichtbar!

Donna Grantis (Gitarre), Hannah Ford Welton (Drums) und Ida Nielsen (Bass) sind zusammen die Band 3rdEyeGirl und eine der neuesten Entdeckungen von Prince (56), dessen besondere Spezialität es schon immer war, musikalische Frauen zu, äh..., fördern. Inwiefern dabei für Sheila E., Candy Dulfer, Vanessa Mae, Wendy Melvoin, Vanity 6, Carmen Electra, Lisa Coleman und Bria Valente eine imaginäre Besetzungscouch in Prince‘ Paisley Park Studios zum Einsatz gekommen ist, lassen wir einmal dahingestellt. Fakt ist: Prince neigt in seinen Texten regelmäßig zu mehr oder weniger kryptischen Anspielungen auf Sex-Themen aller Art und dürfte diesbezüglich kein Kostverächter sein.

Wie schön, dass uns Prince Rogers Nelson an seiner Kunst und seinen Phantasien immer wieder teilhaben lässt und mit 3rdEyeGirl ein brandneues Exponat vorstellt. Er schrieb, produzierte, arrangierte, textete und nahm zusammen mit Donna, Hannah und Ida ein Dutzend Songs für „Plectrumelectrum“ auf, die sich zwischen Rock, Blues und Funk austoben. Aufgenommen wurde mit analogem Equipment unter Live-Bedingungen, was sich auch auf Anhieb heraushören lässt. Das spricht für ein reines Fun-Album, wobei sich Prince noch nie in irgendwelche Korsette hat pressen lassen.

Trotzdem klingt „Plectrumelectrum“ ungewöhnlich rau und fast schon nach Garage. Prince‘ Tourband 3rdEyeGirl agiert wie eine räudige Rock-Combo, die endlich aus dem Hintergrund hervorkommen und selbst einmal ins Scheinwerferlicht darf. Scheinbar zumindest. Denn Prince hat freilich überall die Hand drauf und nutzt die Bühne unter dem Deckmantel einer Girlgroup für hemmungsloses Gegniedel („Plectrumelectrum“), nicht wirklich gelungene Balladen („White caps“) und uninspirierten Retro-Rock („Fix ur life up“).

Sind wir mal ehrlich: Ohne den Namen Prince auf dem Cover, würde sich so etwas nicht verkaufen lassen. Denn von der knappen Dreiviertelstunde Musik können immer nur kleine Bruchstücke gefallen. Hier ein Riff oder Solo, dort ein netter Groove oder eine gelungene Gesangseinlage. Selten ein ganzer Song. Schon gar nicht das gesamte Album. Aber das weiß der Prince-Kenner bereits von den vorausgegangenen rein weiblichen Künstleraufbauprogrammen. Stellt sich nur die Frage, was aus all den jungen Chicks geworden ist, denen sich Meister Prince im Laufe der Jahre angenommen hat?

Anspieltipps:

  • Wow
  • Boy trouble
  • Tic Tac Toe
  • Another love
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