Prince - Art Official Age - Cover
Große Ansicht

Prince Art Official Age


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 53 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
8.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„I am a slave for you“. Oder doch nicht? Prince und Warner Bros. haben sich jedenfalls wieder ganz doll lieb.

Im Jahr 1993 schrieb sich Prince das Wort „Slave” (Sklave) auf seine Wange und legte seinen Namen zugunsten eines kryptischen Symbols ab. Es war seine Art des Protests gegen die Plattenfirma Warner Bros. Records, die nach Ansicht des Musikers in seine künstlerische Freiheit eingriff. Zudem stank Prince, dass Warner die Rechte an seinen Songs besaß und somit quasi machen konnte, was man wollte, ohne den Musiker einzubeziehen. Dieser benahm sich fortan wie ein kleines, ungezogenes Kind, das sich mit pflichtgemäß vorgelegten Alben mit sehr schwachen Songs aus dem Prince-Archiv aus dem im Jahr 1992 langfristig verlängerten Plattenvertrag herauszuquengeln.

Am 21. Dezember 1999 endete der Vertrag zwischen Warner und „Symbol“, der sich daraufhin wieder Prince nannte. Die Rechte an Prince‘ Songs gehörten aber weiterhin dem Warner-Konzern. Bis zum 18. April dieses Jahres. An diesem Tag gab Warner Bros. Records bekannt, dass die Rechte sämtlicher Prince-Songs zu Warner-Zeiten an den Künstler abgetreten wurden. Dieser wiederum unterschrieb einen weltweiten Deal mit seinem alten Label, das zeitgleich sein neues Studioalbum „Art Official Age“ sowie die Kollaboration mit der rein weiblichen Band 3rdEyeGirl („Plectrumelectrum“) auf den Markt bringen würde.

Mit dem komplett analog aufgenommenen „Art Official Age“ reist Prince zurück in die Disco-Soul-Funk-Ära der 80er Jahre und damit auch in seine eigene Vergangenheit. Doch zuerst gilt es, den Opener und Titeltrack „Art official age“ zu überstehen, der wie ein Euro-Dance-Song aus den frühen 90er Jahren klingt, in den sich ein paar Funk-Elemente verirrt haben. Verbuchen wir es unter Humor und wenden uns lieber dem zu, was in der Folgezeit dargeboten wird. Denn das ist solide bis gute Prince-Kost, die im Prinzip alles enthält, was zu den Markenzeichen des Meisters gehört: Extra-schwülstige Balladen („Breakdown“, „Way back home“), coole Funk-Groover, die niemanden still sitzen lassen („The golden standard“), Kopulations-R&B, wie ihn nur Prince zustande bringt („Breakfast can wait“,„This could be us”) und wilden Jazz-Rock à la Frank Zappa mit süffiger Funk-Einlage („Funk n roll“).

Gemessen am Prince-Backkatalog ist „Art Official Age“ kein Meisterwerk, aber eine Platte, die sich etwas traut. Nämlich in Sachen Klang und Ästhetik zurück in die 80er Jahre zu gehen, als aus dem kleinen Prinzen ein ganz großer wurde. Das zeigt der 56-Jährige hier zwar nicht, was nicht heißt, dass „Art Official Age“ ein schlechtes Album wäre. Ganz im Gegenteil. Allerdings liegt die Messlatte bei Prince auch höher als bei anderen. Das sollte den Abzug in der B-Note verständlich werden lassen.

Anspieltipps:

  • Breakdown
  • Funk n roll
  • Way back home
  • Breakfast can wait
  • The golden standard
Neue Kritiken im Genre „Pop/Rock“
Diskutiere über „Prince“
comments powered by Disqus