She Keeps Bees - Eight Houses - Cover
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She Keeps Bees Eight Houses


  • Label: BB*Island/CARGO
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Seltsam aber schön: Die Laut-Leise-Klaviatur der Bienenkönigin.

In einer Bar in Brooklyn begegneten sich im Jahr 2005 Jessica Larrabee (Gesang, Gitarre) und Andy La Plant (Schlagzeug). Da hatte Larrabee bereits den Namen She Keeps Bees für erste Solosongs, die sie in ihrem Schlafzimmer aufnahm, angenommen. Es wurde ein langwieriger Prozess bis die beiden richtig zueinander fanden. Schließlich veröffentlichten sie im Jahr 2006 „Minisink Hotel“ in Eigenregie und 2008 „Nests“, ein erster Höhepunkt in ihrer Laufbahn, dem ausgiebiges Touren in Europa und auch den USA folgte. „Dig On“ erschien 2011 und nun liegt das aktuelle „Eight Houses“ vor.

Ein Duo, das im weitesten Sinne Blues und Rock vereint, kommt an Vergleichen mit den White Stripes und The Kills nicht vorbei, diese taugen aber nur bedingt für She Keeps Bees. Als Sängerin wurde Jessica Larrabee mit Chan Marshall (Cat Power) und PJ Harvey in Zusammenhang gebracht und in einigen wenigen Stimmfärbungen kann eine Ähnlichkeit herausgehört werden. Was Dynamik und das Spiel auf der Laut-Leise-Klaviatur betrifft, ist auch Scout Niblett nicht fern.

Mit „Feather Lighter“ eröffnet das Duo geradezu megaentspannt, Larrabee singt beinahe verschlafen, hat aber Soul und Leidenschaft auf den Stimmbändern, die sich in „Breezy“ noch steigern. Die gesangliche Unterstützung von Sharon Van Etten hätte sie gar nicht nötig, bekommt sie dennoch in dem in somnambuler Eleganz und Trompetengebläse strahlenden „Owl“ sowie dem wabernden Herzschlagfinale „Is What It Is“.

Immer kurz vor dem Ausbruch köchelt und brodelt „Both Sides“, das sich letztlich mit Gitarren- und Schlagzeug-Gewitter erlöst. „Burning Bowl“ ist monotone Pianominiatur, „Radiance“ plinkert auf den schwarz-weißen Tasten, die Drums schleppen sich mit Larrabees Stimme flussaufwärts, wo die Synthie-Sonne zum Vorschein kommt. Dem geheimnisvollen „Wasichu“ folgen die spannungsgeladenen Kracher „Greasy Grass“ und „Raven“.

She Keeps Bees spielen auf „Eight Houses“ mit Lärm und Ruhe, Spannung und Entspannung, Melodie und Krach. Der Schein trügt auf diesem Album, es fließt an einem vorbei, wird mal laut, mal leise, fällt einem schließlich in den Rücken oder offenbart seine Schönheit, die sich mir nichts dir nichts einer Blüte gleich wieder verschließt. Oder: Andy La Plant bereitet den fruchtbaren Boden für die Bienenkönigin Jessica Larrabee!

Anspieltipps:

  • Feather Lighter
  • Both Sides
  • Radiance
  • Is What It Is

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