Alana Amram & The Rough Gems - Spring River - Cover
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Alana Amram & The Rough Gems Spring River


  • Label: Kingswood/Rough Trade
  • Laufzeit: 37 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alana Amran lässt ihren Vater, Jazz-Größe David Amram, problemlos hinter sich... indem sie den spirituellen Mentor Neil Young kanalisiert.

Americana, Country und Blues. Alana Amram hat alles Nötige getan, um nicht den Verdacht von ausgenutztem Elternruhm aufkommen zu lassen. Als Tochter von gestandenen Künstlern ist es oft nicht so leicht, ein unabhängiges Image aufzubauen. Letztlich hat sich Alana jedoch dafür entschieden, eine Vaterfigur als Leitmotiv ihrer Musik zu gebrauchen. Niemand Geringeres als Neil Young ist ihre deutliche Inspiration, wenn sie von der Melancholie gepackt zwischen den oben genannten Richtungen traumwandelt. Das Ergebnis ist blöderweise mit genau der Schwäche von kopiertem Ruhm behaftet, nur dass das Vorbild diesmal nicht der leibliche Vater ist.

Amram und ihre Rough Gems wissen von der Struktur her genau, wie sie zu klingen haben. Romantisch in „Should I Go Now“ und auch bestimmt in „Motorbike“ ist der Grundton stets der Richtige. Die Parallelen zu Young sind stets unverkennbar und allein Amrams Gesang hält das Abenteuer ein wenig zurück. Wo Young zwischen Hoffnung und Leiden ein großes Spektrum abfeuern konnte, klingt Alana Amram fast schon zu harmlos. Es klingt phasenweise sogar naiv, wie die im Grunde ein Lebensgefühl ausstrahlenden Texte nicht mit der nötigen Akzentuierung vorgetragen werden. Wenn der Hörer aufs „Motorbike“ gebeten wird, dann sollten Freigeist und die Lust nach endlosen Weiten geweckt werden. Durch die fehlende Schwere kommt aber nur ein netter Song zum Mitwippen an.

Selten kann die Sängerin mit der nötigen Wucht zupacken. Es wird deutlich, dass ihr die rauen Töne besser liegen, wenn „Train“ tatsächlich aufreibend wirkt. Hier scheint eine Lücke für Amram gefunden, die sie problemlos ausfüllen kann. Viel zu oft kommt es nämlich vor, dass das Handbuch des Neil Young über ihrer Musik schwebt und ein „Daughter Of The Sun“ und der überlange Auftakt mit „People Like To Talk“ und „Window Rock“ Gefühle nur rezitiert, statt sie selbst ins Leben zu rufen. Wenn der Effekt der eigenen Musik ist, dass der Hörer jetzt sofort das Original hören möchte, dann kann das nicht als mehr als ein Teil-Lob verstanden werden.

Anspieltipps:

  • Train
  • People Like To Talk
  • Should I Go Now

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