Hudson Mohawke - Chimes EP - Cover
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Hudson Mohawke Chimes EP


  • Label: Warp/Rough Trade
  • Laufzeit: 11 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

HudMo erforscht die möglichen Kombinationen aus seinem Debüt und der Arbeit mit TNGHT. Allzu tief gräbt er allerdings nicht.

Wenig wird am Grenzgang des Mainstreams zu experimentierfreudigem Elektro so sehr erwartet wie neue Musik von Hudson Mohawke. Mit seinem ikonoklastischen Debüt „Butter“ definierte der junge Schotte fast eigenhändig eine neue Stilrichtung des UK Bass und machte erstmals eine breitere Masse auf sich aufmerksam. Der endgültige Durchbruch gelang letztlich aber in Zusammenarbeit mit Lunice als Trap-Duo TNGHT. Es folgten Produktionen für Kanye West, Lizenzierungen für Videospiele und Werbung.

So trägt auch die Werbung eines gewissen Technologie-Herstellers nicht wenig Schuld daran, dass HudMos neues Solowerk auch außerhalb der Elektro-/Wonky-Szene wahrgenommen wird. „Chimes“ ist eine kurze EP, die mit ihren kristallklaren Synthies wieder sehr an „Butter“ erinnert. Der Eindruck, den die Arbeit als TNGHT hinterlassen hat, wird dem Hörer aber spätestens dann bewusst, wenn nach ein paar Sekunden im Titeltrack das, sagen wir, maskuline Bellen anfängt und plötzlich massive Hörner, Snare-Exzesse und andere abgehackte Drum-Samples einsetzen. „Chimes“ inszeniert sich als unüberwindbare Mauer mit dauergrinsenden, Xylophon spielenden Wächtern.

„Brainwave“ hingegen ist ein beatloses Stück aus oszillierenden Blubber-Synthies und erleuchteten Kinderchören. Erinnert in Exotik und Aufmachung sehr an das aktuelle Album von Rustie, der HudMo aber ohnehin stilistisch immer sehr nah war. Von gegenseitiger Beeinflussung auszugehen, scheint mit Blick auf „King Kong Beaver“ noch weniger abwegig. Der letzte Original-Mix auf der EP hätte genau so auf Green Language erscheinen können und niemandem wäre es aufgefallen. Gleichzeitig ist es auch der auffälligste Track der EP mit wilden, pochenden Beats, aufbrausenden Synthies und verzerrten Chorsamples im Loop.

Es ist eine extrem kurzweilige EP des schottischen Produzenten, so viel lässt sich sicher sagen. Die Tracks sind bis auf „Brainwave“ offensichtlich für den Club-Kontext gedacht, Titeltrack „Chimes“ war früher schon Teil der Liveshow von TNGHT. Bootlegs davon kursieren seit einigen Monaten im Internet. „Chimes“ ist als EP sehr pointiert, doch mit unter 9 Minuten viel zu knapp (zieht man den Remix ab). Schade, denn es hätte sicherlich Spaß gemacht, HudMo dabei zuzusehen, wie er die hiesigen Ansätze weiter erforscht. So wirkt es etwas halbherzig.

Anspieltipps:

  • Chimes
  • Brainwave

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