Transport League - Boogie From Hell - Cover
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Transport League Boogie From Hell


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Ehrliche Musik für ehrliche Leute: hart, schnörkellos, energiegeladen und kurzweilig.

Manchmal braucht es ein wenig länger und fair ist das Leben auch nicht immer. Beides trifft auf die Schweden Transport League zu. Als sich der Bandkopf Tony Jelencovich dazu entschied, die Band auf Eis zu legen, um sich weiteren Projekten zu widmen (z.B. das Anmieten eines Göteborger Clubs mit Metalpartys explizit für Jugendliche), war es nach der Reunion ratzfatz zappenduster. Schon immer musste die Band um ihre Verträge kämpfen, was schließlich dazu führte, dass bisher jedes Album der Jungs aus Partille bei einem anderen Label erschien. Dem Label Metalville fällt nun eine der bisher wichtigsten Aufgaben zu und den Kölnern zum Dank, darf nun auch endlich mal vernünftig zum „Boogie From Hell“ getanzt werden. Fast anderthalb Jahre nach dem offiziellen Release des Albums, bekommt es einen weiteren Release. Das im Mai 2013 erschienene Werk fand einfach wieder kein Label und wurde in Eigenregie veröffentlicht. Somit kommt die Transport League zu später Ehre und darf die Chance, ihr viertes Album einem wohl weitaus größeren Publikum näher zu bringen als noch im Jahre 2013, wahrnehmen.

„Heißer Scheiß“ wird es da lauten, wenn der Fan von Stoner-Rock, Stoner-Doom, Alternative Rock und Groove Metal zufällig auf das schwedische Schlachtschiff stoßen sollte. Die Wahrheit ist, dass die Transport League eigentlich schon ein solcher „Heißer Scheiß“ sind, aber sicherlich nicht neu. Nachdem sie sich im Jahre 2005 nach elf Karrierejahren, wie oben bereits erwähnt, trennten, folgten im Jahre 2009 die Reunion und dann vergingen nochmal vier bzw. fünf Jahre, bis es mit „Boogie From Hell“ wieder ans Eingemachte ging. Gut Ding will Weile haben und das Warten hat sich auf jeden Fall gelohnt, wie Transport League mit ihrem ziemlich vergnüglichen, schmissigen und kurzweiligen vierten Album beweisen. An allen Ecken und Enden strotzt dieses Album vor Power. Da spielt eine Band mit Livequalitäten und Lust, ihren Shit live zu präsentieren, auf und das hört man „Boogie From Hell“ jederzeit an. Nachdem die vier Musiker im Opener „Swing Satanic Swing“ aufs Gaspedal getreten haben, lassen sie es ungelogen bis zur letzten Sekunde durchgedrückt. Jelencovich und seine Mannen kloppen das Kotelett mit unendlich viel Energie. Herausgekommen sind Nummern wie „Blood Inn“, „Bitter Sand“, „Holy Motherfucker“ oder „Demon Apparatus“, welche trotz einer ungemeinen Härte ebenfalls stets dazu animieren, das Tanzbein zu schwingen. Auflockerungen gibt es anschließend in Form vom Stoner-Monstrum „Hi-Octane Slave“ sowie vom furztrockenen Wüstentrip „Barabbas Venomous“.

Bei den das Album schließenden „Snake Infested Swamp“ und „Doctor Demon“ mischen die Schweden schließlich eine Extraportion Doom unter. Die rockige Grundstimmung wird hier nicht unterbrochen oder entschlackt, sondern lediglich ein wenig ausgebremst. Nach gut 40 vorangegangenen Minuten voller Power ist dies auch nicht unbedingt die schlechteste Wahl, wobei die Musiker ihrer Linie treu bleiben und „Boogie From Hell“ nicht mit Zwang die Homogenität nehmen wollen. Und aus einem Guss ist die vierte Scheibe der Transport League sicherlich. Hier geht keiner irgendwelche Kompromisse ein, straight wird dem Hörer die Fresse poliert. Das sollte nicht zwangsläufig jedermanns Sache sein, aber wer genau das sucht, findet ein Album einer ungerechtfertigterweise unterbewerteten und seit jeher übersehenen Band, das wirklich viel Freude bereitet.

Anspieltipps:

  • Blood Inn
  • Bitter Sand
  • Barabbas Venomous
  • Snake Infested Swamp
  • Doctor Demon

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