Marketa Irglova - Muna - Cover
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Marketa Irglova Muna


  • Label: Anti Records
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die mit dem Oscar gekürte Tschechin auf spiritueller Suche.

Die tschechische Musikerin, Sängerin und Schauspielerin Markéta Irglová wurde gemeinsam mit Glen Hansard bekannt, die beiden agierten bei der irischen Filmproduktion „Once“ als Hauptdarsteller und waren für die Filmmusik zuständig. Für den Titel „Falling Slowly“ wurden sie 2008 mit dem Oscar ausgezeichnet. Zudem gab es weitere Preise für Film und Soundtrack. Als Solokünstlerin hat Irglová das Album „Anar“ (2011) aufgenommen und bereits im Jahr 2006 eines unter dem Bandnamen The Swell Season mit Glen Hansard.

Für ihr aktuelles „Muna“ hat sich die tschechische Singer/Songwriterin auf spirituelle Suche begeben, wobei sie den „Point Of Creation“ aufspüren will, ebenso den Erzengel „Gabriel“ und naturgemäß sich selbst, was sich jedoch „Without A Map“ schwierig gestaltet. Für manchen Zeitgenossen wird es auch schwierig sein, sich auf Markéta Irglová einzulassen. Wobei ihre durchaus kunstvollen Songs immer nachvollziehbar und relativ simpel arrangiert sind. Obwohl ihr hier 27 Mitspieler zur Seite standen, gerieten die Arrangements luftig, die Songs wirken keinesfalls überfrachtet, es wird weder gekleckert noch geklotzt, sondern der goldene Mittelweg gewählt.

Im Mittelpunk steht die Stimme der Protagonistin, die elfen- und engelhafte Phrasierungen hervorbringt. Manche Stücke bauen eine Kathedrale, klingen geradezu pastoral, das Album eröffnende „Point Of Creation“ orgelt einen förmlich auf die Kirchenbank. Vornehmlich begleitet sich Irglová am Klavier, das sie mit perlender und graziöser Note zu spielen pflegt. Songs wie „Time Immemorial“ oder „The Leading Bird“ sind auch bezaubernder Natur, fragile Gebilde, die man ihn Schutz nehmen will. Sie versteht es auch Spannung und Dynamik unterzubringen, „Fortune Teller“ schwingt und summt förmlich auf einem patschenden Rhythmusgerüst.

Leider wurden etwa drei Viertel der Songs nach einem allzu ähnlichen Strickmuster fabriziert und 50 Minuten Gesamtspielzeit sind eine Menge Holz. Nichtsdestotrotz hat das Album eine gewisse Magie und die Melodiebögen versetzen einen in eine melancholisch-herbstliche Atmosphäre, wogegen manche zu sehr das Pastorale betonen. Wahrscheinlich setzt das Hören auch eine andächtige Stimmung voraus, die sich nicht von alleine einstellt. Demzufolge ist „Muna“ eine jener Platten, die in bestimmten Gemütslagen bereichern, in anderen wiederum kaum ihre Wirkung in Gänze entfalten können.

Anspieltipps:

  • Time Immemorial
  • Fortune Teller
  • Without A Map
  • Seasons Change

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