Bollmer - Bollmer - Cover
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Bollmer Bollmer


  • Label: Electrola/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Der frühere El*ke-Frontmann zieht alleine durch die Straßen Berlins.

Da sind sie wieder, die gemeinen Vorurteile gegen deutschsprachigen Pop, noch bevor die ersten Töne gehört sind. Aber geben wir dem Jungen eine Chance, schließlich hat Peter Bolmer, der für ein Soloprojekt ein zweites „L“ in den Namen schmuggelt, durchaus schon Erfahrung sammeln können. Als Frontmann von El*ke sang der geborene Emsländer, rockte und begeisterte vier Jahre lang eine Reihe von Leuten, darunter auch Farin Urlaub, der deutschsprachige Musik bekanntlich erfolgreich für sich zu nutzen weiß.

Übrig geblieben aus dieser Zeit sind Bollmers Liebe zu seiner Gitarre und die Liebe zu seiner Wahlheimat Berlin. Damit reiht er sich ein in eine lange Liste von Künstlern, die beteuern, hier ihrer Kreativität die beste Umgebung zu schenken. Bollmers Texte jedoch zeugen von einer Weltoffenheit, die weit über Deutschlands Metropole hinausgeht. Er sammelte auf langen Reisen durch ferne Länder und bei einer Auszeit in Frankreich Eindrücke, die er in seinen zwölf Songs auf ganz eigene Art aufarbeitet.

Die Songwriter-Qualitäten Bollmers gehen dabei über die bloße Anreihung von Gefühlsbezeugungen hinaus. Mitunter sind sie verschroben und tiefgründig und machen erst beim zweiten Hinhören Sinn. Das ist der sympathische Teil des Debütalbums, das von Rammstein-Produzent Sefan Glaumann gemischt wurde. Ein weiterer Name auf der Liste für Bollmers prominente Unterstützung. Tatsächlich rockt der Mittdreißiger die meiste Zeit ziemlich genau so, wie man es aufgrund seiner Vorgeschichte und durch die unterstützenden Einflüsse vermuten würde.

Trotz allem driftet Bollmer, wenn solo unterwegs, zeitweise in schlagerartige Momente ab („Fremdes Land“), die nicht so recht zum coolen Typen aus Berlin passen wollen. Womit wir wieder bei den anfangs befürchteten Vorurteilen wären. Das Debüt darauf zu reduzieren wäre jedoch nicht fair, schließlich ergibt das Album ein stimmiges Gesamtbild, das man gut anhören kann, ohne sich dabei für jede Zeile fremdschämen zu müssen. Einige Songs haben sicherlich sogar das Potential, Hörer über alte El*ke-Fans hinaus zu begeistern.

Anspieltipps:

  • Schöne Welt
  • Miranda
  • Berlin
  • Es wird hell

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