Weezer - Everything Will Be Alright In The End - Cover
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Weezer Everything Will Be Alright In The End


  • Label: Republic/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
8.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rivers Cuomo befindet sich weiterhin auf einem kreativen Schlingerkurs.

In diesem Jahr ist das Debütalbum von Weezer 20 Jahre alte geworden. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Und schön, dass Weezer immer noch neue Platten herausbringen. Doch ganz ungetrübt ist die Beziehung zu der Band nicht. Denn die Fans lieben Weezer für ihre frühen Alben und schämen sich ein bisschen für das Spätwerk der Amerikaner um Mastermind Rivers Cumo (44). Auch ihr neuestes Werk „Everything Will Be Alright In The End“ wird daran nichts ändern, auch wenn es von Ric Ocasek (u.a. Nada Surf, No Doubt, Hole, Bad Religion) produziert wurde, der schon beim blauen und grünen Album (die Kenner wissen was gemeint ist) an den Reglern saß.

Weezer-Alben haben für gewöhnlich ultra-kurze Titel oder gar keinen. Mehr als zwei Worte sind Zeitverschwendung. Farben sagen mehr als Worte. Punkt. „Everything Will Be Alright In The End“ widersetzt sich diesem ungeschriebenen Gesetz auffallend. Der Titel ist richtiggehend geschwätzig und das Cover-Bild preisverdächtig als eines der hässlichsten des Jahres. Wer abergläubisch ist, findet schon hier keine guten Vorzeichen für das zehnte Album der Power-Pop-Helden – dem ersten nach vier Jahren Funkstille.

Der exzentrische Cuomo bemerkte nach den Flops „Hurley“ (09/2010) und „Death To False Metal“ (11/2010) selbst, dass es nicht wie bisher weitergehen konnte. Der Ausweg soll nun mit der dritten Zusammenarbeit mit Ric Ocasek gefunden werden. Und dieser hat den Pop-Anteil zugunsten einer im Hardrock angesiedelten, rauen Produktion deutlich zurückgedreht. Dass Rivers Cuomo natürlich auch auf „Everything Will Be Alright In The End“ in eingängigen Melodien badet, dürfte dennoch selbstverständlich sein, auch wenn die erste Singleauskopplung „Back to the shack“ als einfallsloses Negativbeispiel herhalten muss.

Wesentlich sonniger geht es da schon in „Lonely girl“ und „Eulogy for a rock band“ zur Sache. Die Mischung aus Alternative Rock und poppigen Melodien erinnert in der Tat an die guten alten Weezer-Zeiten in den 90er Jahren – mit dem Unterschied, dass die Musiker heute nicht mehr in der Lage zu sein scheinen, einen guten Lauf über die gesamte Länge einer Platte zu halten. So gibt es verstreut über das Album ein paar gute Momente wie die an Queen gemahnenden Gitarren in „I’ve had it up to here“ und „The british are coming“, das hymnische Element in „Da Vinci“ sowie die pulsierende Dramatik in „Foolish father“. Ein Titel wie „Go away“ klingt dagegen wie ein Selbstplagiat aus den Neunzigern und „Cleopatra“ wie C-Ware, die aus Versehen auf dem Album gelandet ist. Und ob es die abschließende Beinahe-Instrumental-Trilogie wirklich gebraucht hätte, ist auch fraglich.

Damit wird „Everything Will Be Alright In The End“ seinem Titel leider nicht gerecht. Es ist lediglich ein durchwachsenes Werk mit einigen netten Songs, aber nur wenigen genialen Geistesblitzen, die allerdings nicht an jene aus den 90er Jahren heranreichen.

Anspieltipps:

  • Da Vinci
  • Lonely girl
  • Foolish father
  • The british are coming
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