Bush - Man On The Run - Cover
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Bush Man On The Run


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 66 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Comeback geht in die zweite Runde - und in die Hose.

20 Jahre und 20 Millionen verkaufte Tonträger nach ihrem Debütalbum „Sixteen Stone” (12/1994) meldet sich die britische Band Bush um Mastermind Gavin Rossdale (48) mit ihrem neuen Werk „Man On The Run“ zurück. Zuvor beendeten Bush bereits mit dem „The Sea Of Memories“-Album (09/2011) eine zehnjährige Auszeit. Der Longplayer wurde wie bei Bush üblich mit kritischen Reaktionen aufgenommen. Eine alte Tradition. Denn Bush hatten es von Anfang an schwer in der Rockszene, die sie als Grunge-Kopisten nie richtig ernstnahm und ihnen vorwarf, mit ihrem Sound lediglich auf einen fahrenden Zug gesprungen zu sein.

Tatsächlich lieferten Bush jedoch zwischen 1994 und 1999 drei Platin-Alben und eine stattliche Anzahl Hitsingles ab, ehe sich die Band mit dem 2001er Werk „Golden State“ künstlerisch verzettelte und wenig später auflöste. Da die späteren Projekte von Gavin Rossdale nicht wirklich gut beim Publikum ankamen und das Leben als Millionär in den USA als Ehemann von Gwen Stefani irgendwann langweilig wurde, reformierte der 48-Jährige seine alte Band, allerdings in einem neuen Line-up, das aus Chris Traynor (Gitarre), Corey Britz (Bass) und Robin Goodridge (Drums) besteht.

In dieser Besetzung ist auch „Man On The Run“, das sechste Bush-Studioalbum, im „606 Studio“ von Dave Grohl (Foo Fighters, Nirvana, Them Crooked Vultures, Probot) eingespielt worden. Produziert haben es Nick Raskulinecz (Rush, Foo Fighters, Velvet Revolver, Mastodon) und Jay Baumgardner (Ugly Kid Joe, Papa Roach, New Found Glory, Sevendust) – im Prinzip also hervorragende Voraussetzungen. Doch Gavin Rossdale bzw. Bush sind seit jeher in einem limitierten Klangkorsett gefangen, aus dem sie sich nie befreien konnten. Und so wird auch „Man On The Run“ von Post-Grunge und Alternative Rock in seiner einfallslosesten Art dominiert, die nicht in der Lage ist, Emotionen zu vermitteln und die es nicht wert ist, auf einzelne Songs einzugehen.

Langweilige, antiseptische Musik, die den Hörer nicht berührt und durch eine Light-Crowdfunding-Kampagne mitfinanziert (Bush-Fans können via Pledge Music zahlreiche Artikel, von der einfachen CD bis zur signierten Gitarre vorbestellen) und danach frech an ein Majorlabel (Sony Music) lizenziert wurde. So geht Rockmusik heute. Vielen Dank! Doch wenigstens werden auf diese Weise nostalgische Momente vermieden, zu denen die Aneinanderreihung von Riffs und Melodiebausteinen auf diesem Album zu keiner Zeit in der Lage sind.

Anspieltipps:

  • Surrender
  • The golden age
  • The only way out
  • Broken in paradise
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