Beatrice Egli - Bis Hierher Und Viel Weiter - Cover
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Beatrice Egli Bis Hierher Und Viel Weiter


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das dritte Album in knapp 18 Monaten. Wann beginnt der Kampf gegen den Terror?

Ein alter Schlaubergerspruch besagt: „Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist“. Für niemanden scheint diese Regel mehr zu gelten, als für die Macher hinter der Schweizer DSDS-Gewinnerin Beatrice Egli (26). Sie wissen nur zu genau, dass die Halbwertszeit eines Casting-Show-Gewinners kürzer denn je ist. Trotzdem erscheint es rekordverdächtig, wenn nun mit „Bis Hierher Und Viel Weiter“ bereits das dritte Album in nur 1½ Jahren auf den Markt kommt – und diesmal sogar ganz ohne die Beteiligung des Komponisten-Roboters Dieter Bohlen (60).

Mit ihrem Produzenten-Team Joachim Wolf und Mathias Roska nahm Beatrice Egli ihr neues Album in den berühmten Berliner Hansa Studios auf und schrieb dafür erstmalig auch eigene Stücke. Mit der Rückkehr nach Berlin schließt sich der Kreis in der Karriere der Egli, die in der deutschen Hauptstadt ihr erstes DSDS-Casting hatte und nun in den Studios aufnehmen durfte, in den schon Größen wie David Bowie, U2, Nick Cave, Udo Jürgens, Depeche Mode und Falco ihre Alben produziert haben. Und damit es weiterhin mit den Hits klappt, wurde ebenfalls vorgesorgt. Denn wo kein Bohlen zur Hand, ist der Graf (Unheilig) nicht weit.

Auf dem von Helene Fischer bestellten Schlager-Feld ist kein Klischee zu weit hergeholt, kein Text zu sinnentleert, keine Melodie zu ausgelutscht und kein Rhythmus zu doof. So eilen die meisten der 14 Songs im Dorf-Schützenfest-tauglichen Viervierteltakt durch die üblichen Herz-Schmerz-Themen, die vor unschuldiger Naivität durch die Decke zu gehen drohen („Herzschlag ist der Beat, in jedem Kopf entsteht ein Lied, das uns ewig weiter tanzen lässt“, „Hätt‘ ich ein, zwei, drei Wüsche frei, ja, dann nehm‘ ich dreimal dich“, „Wir leben jetzt, wir leben laut, wir wollen mehr, wir drehen auf, für uns gibt es kein Zurück“, „Du bist der Knall-Schuss-Treffer ins Glück, hast meine Sehnsucht befreit“).

Garniert mit der einen oder anderen Ballade wie „Kompass“ oder auch „Wenn...“, mit denen sich jedes ZDF Gala-Show-Publikum in kollektives Schunkeln versetzten lässt, sind alle Zutaten vorhanden, die ein Album zwischen Schlager und Pop haben muss, wenn es auf den Spuren von Frau Fischer nicht abschmieren will. Auf dem Weg dorthin trennt sich allerdings bei der Hörerschaft die Spreu vom Weizen. Denn rein musikalisch ist der Song-Reigen auf „Bis Hierher Und Viel Weiter“ so spannend, graziös und abwechslungsreich wie der morgendliche Gang aufs Klo. Dem etwas abzugewinnen verlangt echte Leidenschaft.

Beatrice Egli singt, bis auf wenige Ausnahmen, was ihr vorgesetzt wird. Ob das Songs von Dieter Bohlen oder dem Grafen sind, es ist egal. Dass die Stimme der 26-Jährigen wie geschaffen für Schlagermusik ist – auch egal. Knackpunkt an ihrer Musik ist der Eindruck, Stangenware vorgesetzt zu bekommen, die keinerlei Charme besitzt. Damit einher gehen fehlende Authentizität und das Gefühl, es einfach nur mit einem Produkt zu tun zu haben. Auch wenn das RTL-Logo diesmal auf dem Cover weggelassen wurde.

Anspieltipps:

  • Wenn...
  • Kompass
  • Im Herzen wieder Kind
  • Ich will mehr (als den Morgen danach)
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