Gerard Way - Hesitant Alien - Cover
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Gerard Way Hesitant Alien


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
7.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der ehemalige Frontmann von My Chemical Romance mit seinem ersten Soloalbum.

Die US-amerikanische Emo- und Pathos-Band My Chemical Romance aus New Jersey verabschiedete sich heuer nach zwölfjähriger Karriere mit dem Best-Of-Album „May Death Never Stop You: The Greatest Hits 2001-2013” (03/2014) endgültig von der großen Rock-Bühne. Die Trennung stand zu diesem Zeitpunkt bereits seit 12 Monaten fest. Kein Wunder also, dass bereits jetzt das erste Solo-Werk des ehemaligen MCR-Frontmanns und Band-Gründers Gerard Way (37) in die Shops gestellt wird.

„Hesitant Alien“ zeigt nun, dass Gerard Way auch als Solokünstler nicht aus seiner theatralisch-pompösen Welt ausbrechen kann und konzeptionell aufgeblasene Rockmusik machen muss, die zwischen zartem Wohlklang und unwirschem Krach hin und her pendelt. Mr. Way selbst nennt es „kompromisslose Kunst“. Und in der Tat ist es beeindruckend, was der Amerikaner so alles in noch nicht einmal 40 Minuten Spielzeit in die Songs hineinpresst. Genie und Wahnsinn gehen dabei Hand in Hand – und der Hörer ab und zu nervlich am Stock.

Gerard Way ist geleichermaßen verliebt in schöne Melodien als auch in sägenden Lärm, was zusammen das Destillat für einen Longplayer ergibt, der musikalisch genauso grell-bunt wie das Cover-Foto daherkommt. So ist der Opener „The Bureau“ ein rhythmisch pumpendes Irgendwas, das den Hörer vorsorglich in Stellung bringt, für das, was in den nächsten Minuten auf ihn zukommt. Denn neben geschmeidigen Gitarren-Popsongs („No shows“, „Brother“, „Million“, „Drugstore perfume“) und straighten Rocksongs („Action cat“, „Get the gang together“), sind dies auch zähe Brocken wie „Zero zero“, „Juarez“ und „Maya the psychic“, die klingen, als würden Oasis mit Marilyn Manson gemeinsame Sache machen, nachdem sie sich vorher ein Pfund Koks durch ihre Nasen gejagt haben.

Die leicht irren und abgedrehten Elemente im Songwriting von Gerard Way sorgen für Spannung, aber nicht für durchgehend herausragende Songs. Es gibt zwar einige starke Momente und überaschende Einflüsse aus den Bereichen BritPop und Shoegaze, doch in seiner Gesamtheit wirkt „Hesitant Alien“ etwas zerfahren und überambitioniert. Vielleicht sollte Gerard Way einfach mal ein paar Nummern kleiner denken und ein simples Popalbum schreiben. Bei seinem Talent für eingängige Melodien, könnte daraus ein echtes Schmuckstück werden.

Anspieltipps:

  • Brother
  • Zero zero
  • Drugstore perfume
  • How it’s going to be
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