Dead City Ruins - Dead City Ruins - Cover
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Dead City Ruins Dead City Ruins


  • Label: Metalville/Rough Trade
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Frisch eingetroffen aus Australien: Eine ganze Palette voller NWoBHM-Energydrinks.

Eine Rezension über eine australische Band, ohne eine Referenz zu einer echten Genregröße zu bringen, welche sich aus vier Buchstaben und einem Blitz zusammensetzt: Unmöglich? Nee, passt schon. Die vier Musiker von Dead City Ruins rocken zwar wie Sau, haben Energie bis zum Abwinken und eigentlich wäre der Vergleich mit besagter Band gar nicht mal so abwegig, aber am Ende soll es dann doch nicht so einfach sein. Vielleicht gibt es einfach Helden, welche so viel plausibler als Inspiration gedient haben. Damit sind nicht mal Ugly Kid Joe gemeint, mit denen Dead City Ruins auf Tour gewesen sind, sondern vielmehr Iron Maiden und zum Teil auch Black Sabbath oder Motörhead und dann die ganze Riege kruder NWoBHM-Acts, die heutzutage kein normaler Mensch mehr kennt. Klingt spannend? Ist es auch!

Der fantastische Opener „Happenzella“ sagt eigentlich alles und macht direkt alles klar: Dead City Ruins bewegen sich zwischen NWoBHM, groovendem, erdigem Hardrock und dem immer noch ziemlich angesagten Retro Rock hin und her. Die Mischung macht's und das Ergebnis ist alles andere als von schlechten Eltern. Ihr zweites, selbstbetiteltes Album ist ein echtes Energiebündel, welches - und jetzt kommt's - wirklich Laune macht und Kompositionen im Schlepptau hat, die zur Abwechslung wirklich hängen bleiben und nicht einfach einem Trend folgen wollen. Deshalb funktioniert ein schleppendes, spannungsgeladenes „D.I.B“ so gut. Deshalb sind Nummern wie „Til' Death“, „Hurt“, das hyperaktive „Shot Through“ oder „Broken Bones“ ungemein wirkungsvoll, auch wenn das Rad ganz sicher nicht neu erfunden werden kann. Dead City Ruins haben ihre Musik verstanden und wissen sie auf den Punkt zu bringen. Dazu kommt Jake Wiffens Stimme, welche wie geschaffen für den Sound von Dead City Ruins ist, beinharte Riffs und Gitarrensoli, auf die man sich nach mehrmaligem Hören wirklich freut. Zudem haben die Jungs aus Down Under mit dem beinahe erschreckend banal genannten „Dio“ eine der vielleicht schönsten Hommagen an Ronnie James in petto, die bisher veröffentlicht wurden - mit obligatorischen Lyrics, die auf Songs und Bands des Metalgottes anspielen, aber vor allem mit ziemlich ausgeklügelten musikalischen Zitaten. Als „Holy Diver“ tauchen Dead City Ruins nach Perlen!

Mit dem fast zehnminütigen Longtrack „Bloody Tools“ gibt es dann das absolute Highlight auf die Ohren. Hier zelebrieren Dead City Ruins nochmal alles, was ihren Sound ausmacht, und liefern ein Mini-Epos, das ausgeklügelt und mitreißend ist sowie das kleine bisschen Maiden-Drama besitzt, ohne es zwanghaft kopieren zu wollen. Lediglich der Rausschmeißer „Rock'n'Roll Damnation“, für den man Whitfield Crane von Ugly Kid Joe als Feature verpflichten konnte, fällt ein wenig ab und wirkt verglichen mit dem restlichen Material leicht deplatziert. Der Qualität von „Dead City Ruins“ tut dies aber keinen Abbruch. Hier bekommt der Hörer eine gute Stunde lang coolen, ausgefeilten Metal auf die Ohren, der in der dargebotenen Form grandios funktioniert. Wer bereits auf modernen NWoBHM wie den von Ouijabeard, Züül oder Screamer abgefahren ist, muss sich Dead City Ruins einfach geben. Ein echter Geheimtipp!

Anspieltipps:

  • Happenzella
  • D.I.B
  • Til' Death
  • Hurt
  • Dio
  • Bloody Tools

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