My Brother The Wind - Once There Was A Time When Time And Space Were One - Cover
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My Brother The Wind Once There Was A Time When Time And Space Were One


  • Label: Free Electric Sound/ALIVE
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Improvisierte Trips, experimentelles Kino, viel Leerlauf.

Wenn sich Musiker von Bands wie Magnolia oder den wahnsinnig guten und sträflichst übersehenen Anekdoten zusammen raffen, kann eigentlich nur etwas Gutes dabei heraus kommen. Richtig, My Brother The Wind ist die Supergroup, welche man von der schwedischen Experimental-Szene erwartet. Bereits zum dritten Mal hauen die Jungs einen Longplayer raus und wer sie erst jetzt (und vielleicht viel zu spät) kennen lernen sollte und eine Fortführung von Magnolia oder Anekdoten erwartet, wird relativ enttäuscht sein. My Brother The Wind verfolgen ganz andere Ziele und haben trotz des einen oder anderen Zitats der „Hauptbands“ komplett andere Ansätze.

„Once There Was A Time When Time And Space Were One“ ist ein echtes Genrewerk, welches bereits mit seinem Titel eine gewisse Sperrigkeit androht und hinsichtlich der gebotenen Musik dann auch nicht zu wenig versprechen will. Rein instrumental gehalten wird das dritte Album der schwedischen Musiker zum typischen Zankapfel: Technisch über alle Zweifel erhaben, virtuos eingespielt, alles tipptopp. Aber handelt es sich bei den neun Stücken auf „Once There Was A Time When Time And Space Were One “ überhaupt um Songs? Viel wurde gezielt improvisiert und gejamt - das Ergebnis sollte da keinen verwundern. Immerhin haben My Brother The Wind ein Zielpublikum, welches bedient wird und gar nicht erst vergrößert werden muss. Das wird Spaß an dem einzigen, großen und beinahe nahtlos miteinander verbundenen Trip haben. „Once There Was A Time When Time And Space Were One “ funktioniert nur als Großes und Ganzes, deckt verschiedene Stile wie Psychedelic-, Space- und Progressive-Rock ab und mischt dezente Einflüsse von Ambient, Moderne Elektronika oder Shoegaze unter. Von Gitarrenfrickeleien über düstere Post-Metal-Riffs bis hin zu in sich gekehrtem Neo-Folk und Ethno-Sounds ist so ziemlich alles vorhanden, was das Herz begehrt.

Doch so geht auch eine klare Linie, ein roter Faden, komplett verloren und nur allzu oft wird das Album zur bloßen Hintergrundbeschallung degradiert. Überhaupt ist es verwunderlich, dass die neun Kompositionen namentlich und durchnummeriert voneinander getrennt wurden. Wirklichen Sinn macht das Album nur dann, wenn es am Stück gehört wird - dann am besten mit klaren Hintergedanken wie Entspannung, Berieselung oder für das Schaffen von Atmosphäre. Für weiteres sind My Brother The Wind und ihr „Once There Was A Time When Time And Space Were One“ nicht konkret genug, nicht wirklich fokussiert und viel zu oft viel zu beliebig. Technisch mag das alles auf einem hohen Niveau sein und auch erfüllt das Album klare Funktionen, ist jedoch auch eines dieser Werke, an denen man einen Selbstzweck zu erkennen glaubt. Für Fans derartiger Musik, aber auch nur für diese.

Anspieltipps:

  • Garden Of Delights
  • Once There Was A Time When Time And Space Were One

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