Sting - The Last Ship: Live At Public Theater - Cover
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Sting The Last Ship: Live At Public Theater


  • Label: A&M/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 82 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Laut, bunt, grell, rasant und banal. All das ist „The Last Ship“ nicht – und damit vielleicht ein Problemkind für das klassische Musical-Publikum.

Im September des vergangenen Jahres brachte Sting mit „The Last Ship” sein erstes Musical-Album auf den Markt. Genau ein Jahr später liegt eine Live-DVD dazu vor. Aufgenommen wurde diese am 2. Oktober 2013, an Stings 62. Geburtstag, im New Yorker Public Theater, das für insgesamt zehn Benefiz-Konzerte die Bühne für Sting und seine vierzehnköpfige (!) Band darstellte.

Auch wenn die Anzahl der Musiker nach einer großen Inszenierung riecht, ist die New Yorker „The Last Ship“-Aufführung das komplette Gegenteil dessen. Die Live-Show, die nicht mit dem Ende Oktober 2014 am Broadway startenden Musical verwechselt werden darf, ist auf das Wesentliche abgespeckt und in einem sehr intimen Rahmen gehalten, der an die „MTV Unplugged“-Reihe erinnert. Die Musiker agieren im Sitzen und Sting gibt den eloquenten Moderator und Erzähler der Geschichte seiner Jugend, verbunden mit der Geschichte seiner Heimatstadt und der dortigen Schiffbauindustrie.

Eingerahmt von mehreren großen Videoleinwänden, auf denen die Musik und die Texte von beeindruckenden Schwarzweißbildern untermalt werden, agiert Sting im Beisein des Vocal-Ensembles The Wilson Family und Musikern wie Kathryn und Peter Tickell (Dudelsack, Violine, Mandoline), Julian Sutton (Akkordeon) sowie Sänger und Gitarrist Jimmy Nail. Im Gegensatz zur letzten Tournee von The Police, auf der Sting wie eine unzufriedene, funktionieren müssende Gelddruckmaschine wirkte, legte er an diesem 2. Oktober 2013 eine Begeisterung an den Tag, wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal alleine mit dem Fahrrad in die Nachbarsiedlung aufbricht.

In dieser Live-Umgebung, zusammen mit den gewaltigen Bildern, gewinnt die „The Last Ship“-Story noch einmal an Spannung und Atmosphäre dazu. Die Songs über „Liebe, Verlust, Erlösung und Selbsterkenntnis“ werden dazu ihrer ruhigen, erzählerischen Art entsprechend, in Bilder einer unaufgeregten Regie verwoben, die mit Close-Ups, langen Kamerafahrten und unaufdringlicher Ausleuchtung überzeugt und nervöse Schnitte sowie grelle Farben vollständig ausblendet. Das weiß absolut zu gefallen, wirft aber auch eine zentrale Frage auf: Kann „The Last Ship“ in Musical-Form wirklich überzeugen? Schließlich sind die meisten Musicals vor allem laut, bunt, grell, rasant und banal. All das ist „The Last Ship“ nicht – und damit vielleicht ein Problemkind für das klassische Musical-Publikum.

Anspieltipps:

  • And yet
  • So to speak
  • Underground river
  • What have we got?
  • Practical arrangement
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