Steve Gunn - Way Out Weather - Cover
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Steve Gunn Way Out Weather


  • Label: Paradise Of Bachelors/CARGO
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Entspannt-psychedelische und schillernd-kolorierte Klangmalereien.

Der Singer/Songwriter und Gitarrist Steve Gunn spielte vor ein paar Jahren das sechssaitige Instrument in Kurt Viles Backingband The Violators. Seit 2007 hat er regelmäßig Soloalben veröffentlicht. Vor allem mit „Time Off“ (2013) erfuhr er in bestimmten Kreisen viel Anerkennung. Als Einflüsse gibt Gunn indianische Musik, Michael Chapman, La Monte Young, John Fahey, Jack Rose, Robbie Basho und Sandy Bull an.

Wenn „Time Off“ Independent-Kino war, so ist „Way Out Weather“ die Cinemascope-Version in HD. Wobei die Klangbilder bei der hohen, tiefenscharfen Auflösung immer warm und entspannt daherkommen. Dabei versteht es Gunn, geschickt das Atmosphärische mit seinem Songwriting zu verknüpfen. Seine Inspirationsquellen schimmern mal mehr, mal weniger durch, von oben Genannten sind es John Fahey und Michael Chapman. Hinzuzufügen wären Jerry Garcia (Grateful Dead) und Jorma Kaukonen (Jefferson Airplane, Hot Tuna), also jene Westcoast-Rock-Gitarristen, die in den 60er- und 70er-Jahren ihre Hoch-Zeiten hatten. Vor allem in „Milly’s Garden“, „Fiction“, „Drifter“ und „Tommy’s Congo“ funkeln jene quecksilbrigen Gitarren-Licks ins Klangbild. Hervorragend unterstützt wird Gunn von erlesenen Studiomusikern wie Justin Tripp, John Truscinski, Nathan Bowles, Mary Lattimore, Jimy SeiTang, Jason Meagher und last but not least James Elkington, der bereits Platten von Freakwater und Jeff Tweedy veredelt hat.

Auch Steve Gunns Singstimme hat diese relaxte Atmosphäre, die das ganze Album zu einer Einheit werden und den Hörer zurücklehnen lässt. Dabei kann dieser sich Tagträumereien hingeben oder einfach die Seele baumeln lassen. Zudem versetzen einen die vier- bis sechseinhalb-minütigen Titel einige Male in eine meditative oder tranceartige Stimmung, die dennoch im Rahmen des Songs bleibt und auch keine Langeweile aufkommen lässt.

Steve Gunn hat hier vieles richtig gemacht, er klangmalert mit seinen Musikern in zurückhaltenden, dennoch schillernden Farben, die sich sukzessive zu einem eigenen Kosmos formen. Wie nennen wir das? Psychedelic Rock trifft Westcoast-Folk und Cosmic American Music? Im Prinzip egal, denn hier kommt es auf die Farben, Bilder, die Atmosphäre und die Songs an. All dies ist auf „Way Out Weather“ reichlich zu finden!

Anspieltipps:

  • Milly’s Garden
  • Fiction
  • Drifter
  • Tommy’s Congo

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