Tinashe - Aquarius - Cover
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Tinashe Aquarius


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Probanden zur Klärung folgender Frage gesucht: „How many times can we make love in one night?“

Die Sängerin und Schauspielerin („Two And A Half Men”) Tinashe Jorgensen Kachingwe (21) ist bisher nur einem überschaubaren Kreis aus Fans und Insidern ein Begriff. Schon als kleines Kind war sie als Model tätig, später entdeckte sie die Schauspielerei und sang als Teenager in der erfolglosen Girlgroup The Stunners. Nach ihrem Ausstieg bei den Stunners, die sich wenig später ganz auflösten, produzierte Tinashe innerhalb von zwei Jahren drei Mixtapes in Eigenregie. Das rief zwischenzeitlich das Major-Sublabel RCA Records (Sony Music) auf den Plan, das Tinashe im Sommer 2012 unter Vertrag nahm.

Während die 21-Jährige für ihre Mixtapes sehr schnell und autark vorging, dauerten die Arbeiten an ihrem offiziellen Debütalbum „Aquarius“ knapp 18 Monate an. Mit der Finanzkraft von RCA wurden allerhand Kollaborationen eingefädelt (DJ Mustard, Boi-1da, Stargate) und bekannte Features wie A$AP Rocky und Schoolboy Q eingekauft, die als prominente Unterstützung auf den Vorabsingles „2 on“ und „Pretend“ verbraten wurden. Mit der Top-30-Platzierung von „2 on“ in den Billboard Single-Charts hat die Bekanntmachung des von Tinashe als „progressiver R&B“ umschriebenen Sounds erste Früchte getragen. Nun muss sich „Aquarius“ dem Publikum und der Kritik stellen.

Tinashe spendierte den Songs auf „Aquarius“ ein ausgedehntes Bett aus tiefen Bässen, die in atmosphärische Klanglandschaften integriert wurden. Der daraus resultierende, leicht futuristisch wirkende Sound dürfte die progressive Komponente ausmachen, die Tinashe vorgegeben hat. Dies haben vor der 21-Jährigen allerdings auch schon andere Acts vorgemacht. Insofern kann hier nicht von einer Innovation gesprochen werden. Muss ja auch nicht sein. Trotzdem hat Tinashe ein wenig gemogelt. Denn es ist vielmehr so, dass im Laufe des Albums immer mehr die üblichen Formeln und Klischees des R&B-Genres bedient werden.

Damit lässt sich zwar trotzdem gut überleben, doch spannend ist etwas anderes. Zudem wird „Aquarius“, das in der Tat einige gute Ansätze besitzt, auf diese Weise verwässert und damit am Ende nicht den Vorschusslorbeeren gerecht, die es, vielleicht etwas voreilig, mit auf den Weg bekommen hat.

Anspieltipps:

  • Bet
  • Pretend
  • Wildfire
  • Thug cry
  • Far side of the moon
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